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FRANKFURT (dpa-AFX) - Europas größter Softwarehersteller SAP hat die Anleger am Freitag mit überraschend guten Quartalszahlen wieder in Kauflaune versetzt. Die Aktien des bisher schwächsten Dax-Wertes im laufenden Jahr erholten sich am Vormittag zeitweise um mehr als 7 Prozent. Zuletzt notierten sie 5,8 Prozent im Plus bei 148,80 Euro. Damit liegen die Papiere der Walldorfer 2026 aber immer noch gut 28 Prozent im Minus.

Insgesamt wuchs der Umsatz des Konzerns im Jahresvergleich um sechs Prozent auf knapp 9,6 Milliarden Euro. Treiber waren die Erlöse mit Cloudsoftware, die um 19 Prozent stiegen. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis wuchs um 17 Prozent. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 1,9 Milliarden Euro, ein Anstieg um 8 Prozent. Die Kennziffern übertrafen die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten.

Konzernchef Christian Klein nannte als besonderen Erfolgstreiber die Dynamik rund um Künstliche Intelligenz (KI) bei den Unternehmenskunden. "Wir wachsen deutlich schneller als der Markt, bauen unsere Marktanteile weiter aus und sehen, wie Kunden zunehmend weitere Lösungen aus unserer Suite sowie verstärkt unsere KI-Angebote nutzen." Allerdings machte das Management im Quartalsbericht deutlich, dass die positive Entwicklung vom Jahresbeginn nicht ohne Weiteres anhalten dürfte. So werde sich das Wachstum der Clouderlöse im zweiten Quartal voraussichtlich abschwächen. Die meisten Experten sahen in ihren ersten Reaktionen vor allem den aus Cloudverträgen in den nächsten zwölf Monaten zu erwartenden Umsatz (current cloud backlog - CCB) als positive Überraschung. In Verbindung mit den ausführlichen Kommentaren zum Thema KI dürfte dies die Sorgen der Anleger dämpfen, vermutet Sven Merkt von der britischen Investmentbank Barclays.

Johannes Schaller von Deutsche Bank Research sprach von einem "Quartal der Erleichterung". Der Jahresauftakt sei besser als befürchtet gewesen. Alle Augen richteten sich nun auf die Anwenderkonferenz "Sapphire" Mitte Mai.

Analysten wie Toby Ogg von JPMorgan und Charles Brennan von Jefferies machten anlässlich der positiven Überraschung aber auch die jüngsten Aussagen von Konzernchef Christian Klein in der "Financial Times" zum Thema. Angesichts nahezu unveränderter Jahresziele dürften sich viele Anleger darüber wundern, ob es notwendig gewesen sei, die KI-Situation mit dem Cloud-Wandel zu vergleichen und die Investoren auf kurzfristige Belastungen zugunsten langfristiger Erfolge einzustellen, kommentierte Brennan. Unter dem Strich dürfte der Quartalsbericht aber helfen, verlorenen Boden gutzumachen, glaubte der Jefferies-Experte./edh/ag/stk

Quelle: dpa-Afx