FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger von Rheinmetall müssen sich nach Analystenkritik auf einen schwachen Wochenabschluss einstellen. Nach den Verlusten am Donnerstag rückt am Freitag die runde Marke von 1.300 Euro in den Fokus. Auf der Handelsplattform Tradegate rutschten die Papiere des Rüstungskonzerns um 3,6 Prozent auf fast 1.293 Euro ab. Im Hauptgeschäft wäre das ein Tiefpunkt seit dreizehn Monaten.

Besonders schwer wiegt, dass der bisherige Optimist David Perry von JPMorgan zunächst die Segel gestrichen und seine "Outperform"-Empfehlung aufgegeben hat. Bisher hatte er noch in jedem Rückschlag eine Einstiegschance gesehen. Aber auch Adrien Rabier von Bernstein Research stellte die Anleger auf eine "Verlängerung des Bärenszenarios" ein. Eine Trendwende müsse von einem Umsatzschub kommen, aber der verzögere sich.

Während Rabier aber noch grundsätzlich optimistisch bleibt mit einem Kursziel von 2.050 Euro, stutzte Perry sein Ziel auf 1.500 Euro. Beide Experten liegen damit zwar klar über Marktniveau, aber entscheidend ist der Tenor ihrer Analysen.

Perry sieht für Rheinmetall Schwierigkeiten, die eigenen Wachstumsambitionen zu erfüllen - in vier der letzten sechs Monate habe man die Markterwartungen verfehlt. Perry hält also eher sinkende Ergebnisschätzungen für wahrscheinlich als steigende und kappte seine eigenen bis 2030 um bis zu 5 Prozent. Zudem begännen einige Investoren sogar am Produktportfolio von Rheinmetall zu zweifeln. Er teilt diese Sorgen zwar nicht, sie könnten eine Neubewertung der Aktien zunächst aber verhindern./ag/mis/stk

Quelle: dpa-Afx