FRANKFURT (dpa-AFX) - Hinter den Erwartungen zurückgebliebene Jahreszahlen sowie ein leicht enttäuschender Ausblick auf 2026 haben am Mittwoch die zuletzt erholten Aktien von Rheinmetall belastet. Die Aktie des Rüstungsunternehmens sackte im schwächelnden Dax um 3,1 Prozent auf 1.602 Euro ab und zählte damit zu den Schlusslichtern im Leitindex.

Selbst mit einem zeitweiligen Verlust von etwas mehr als 6 Prozent blieb das Papier aber immer noch über seinem Zwischentief von 1.546,50 Euro aus der vergangenen Woche und hält sich seit Ausbruch des Iran-Kriegs im Vergleich zum Gesamtmarkt stabil. Die Gewinne im bisherigen Jahresverlauf allerdings haben sich aufgelöst.

Allgemein verwiesen Analysten wie etwa DZ-Bank-Experte Holger Schmidt darauf, dass Rheinmetall 2025 zwar ein starkes Umsatz- und Ergebniswachstum verbucht habe, trotzdem aber hinter den durchschnittlichen Analystenschätzungen (Konsens) zurückgeblieben sei. So sei der Konzernumsatz um 29 Prozent im Jahresvergleich gestiegen, doch der Konsens und seine Schätzung hätten etwas mehr erwartet. Ähnlich verhalte es sich mit dem operativen Ergebnis (Ebit).

Adrien Rabier von Bernstein Research rückte die Jahresziele für 2026 in den Blick. Er erinnerte daran, dass Rheinmetall bereits im Februar eine schwache Indikation gegeben hatte und schrieb, dass dies denn auch der Grund gewesen sei, warum die Aktie nach einem sehr starken Jahresstart geschwächelt hatte. Nun aber habe Rheinmetall "eine neue, klare Prognose veröffentlicht, die die neuen Geschäftsbereiche Luftverteidigung, Digital und Marine einbezieht, das zivile Automobil-Geschäft Power Systems nicht mehr beinhaltet und die Auswirkungen der Konsolidierung berücksichtigt".

Rabier rechnet daher mit einer größeren Transparenz und Sicht in die Zukunft. Alles in allem sei der heutige Bericht nicht sonderlich spannend, aber er "verbessert die Ausgangslage für die Aktie taktisch und dürfte dazu beitragen, die Bedenken der Anleger zu zerstreuen". Obendrein bleiben laut Analyst George McWhirter von der Berenberg Bank die mittelfristigen Aussichten "aufgrund zusätzlicher Impulse durch eine Dynamisierung der Auftragschancen im Bereich Luftverteidigung unverändert stark".

Und David Perry von JPMorgan beschäftigte sich nicht zuletzt auch mit dem Investoren-Fokus: "Die Einschätzung zu Rheinmetall hat sich in den vergangenen Monaten geändert. Zwischen 2022 und 2025 lag der Schwerpunkt auf dem enormen Aufwärtspotenzial, da Deutschland aufrüstet. Heute konzentrieren sich die Anleger dagegen voll und ganz auf die Umsetzung und die Fähigkeit des Konzerns, einen überzeugenden Auftragsbestand in Umsatz und operatives Ergebnis im Einklang mit den Markterwartungen umzuwandeln."

Wenn ihm zufolge das Management die Anleger nun davon überzeugen könne, dass die Prognose für 2026 nach der Kurskorrektur im vergangenen Monat robust sei, wäre "ein attraktiver Einstiegspunkt da"./ck/niw/stk

Quelle: dpa-Afx