FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag seine moderaten Anfangsgewinne nicht halten können und tendiert moderat im Minus. Der Dax notierte gegen Mittag 0,03 Prozent tiefer bei 24.925 Punkten. Zum Handelsstart war der Leitindex über die viel beachtete Marke von 25.000 Zählern gestiegen, die er vor gut einer Woche unterschritten hatte.
Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte verlor zuletzt 0,54 Prozent auf 31.656 Punkte. Dagegen ging es für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 um rund 0,3 Prozent nach oben.
Vor der am Mittwoch anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed könnte am Dienstagnachmittag die Bekanntgabe der Daten zum US-Verbrauchervertrauen für Januar das Anlegerinteresse wecken. Die Fed wird die Leitzinsen aus Sicht von Experten in dieser Woche aller Voraussicht nach unverändert belassen. Wichtiger ist jedoch die immer noch offene Frage nach dem nächsten Notenbankchef. Die Amtszeit von Jerome Powell, der unter starkem Druck von US-Präsident Donald Trump steht, endet im Mai.
Der Einstieg des chinesischen Sportartikelkonzerns Anta bei Puma trieb die Aktien des Sportartikelherstellers zunächst um bis zu 21 Prozent in die Höhe. Das war der höchste Stand seit März 2025. Danach bröckelte der Gewinn aber ab auf zuletzt noch 8,0 Prozent.
Nachdem sich am Montag die Übernahmefantasie gehalten hatte, kam nun Gewissheit: Puma bekommt mit Anta einen neuen Großaktionär. Der Konzern, zu dem Marken wie Atomic, Fila, Jack Wolfskin, Salomon oder Wilson gehören, übernimmt den 29-prozentigen Anteil von der französischen Milliardärsfamilie Pinault für insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro oder 35 Euro je Puma-Aktie. Der Preis liegt damit fast 62 Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Montag. Anta zahle für den Anteil eine eindrucksvolle Prämie, kommentierte Jefferies-Analyst James Grzinic.
Die Aktien der Gea Group revidierten einen Teil ihrer am Vortag im späten Handel erzielten Kursgewinne. Anleger hatten begeistert auf die vom Anlagenbauer vorgelegten Eckdaten reagiert und den Kurs auf den höchsten Stand seit Ende Oktober getrieben. Am Dienstag gehörten die Papiere aber mit einem Abschlag von zuletzt 1,3 Prozent zu den schwächsten Dax-Werten. Während der Auftragseingang über den Markterwartungen liege, decke sich das operative Ergebnis (Ebitda) weitgehend mit den Prognosen, während der Gewinn je Aktie darunter liege, kommentierte JPMorgan-Analyst Akash Gupta.
Die Anteilsscheine von Fielmann legten nach einer Kaufempfehlung der Privatbank Berenberg um 1,7 Prozent zu. Trotz überlegener Margen, Kapitalrenditen und Wachstumsraten sowie der höchsten Dividendenrendite werde die Aktie der Optikerkette nahe ihres Zehnjahrestiefs und mit einem Branchenabschlag gehandelt, begründete Analyst Harrison Woodin-Lygo sein Anlagevotum.
Die Anleger von Friedrich Vorwerk freuen sich auch am Dienstag über kräftige Kursgewinne. Mit plus 5,5 Prozent auf 100,40 Euro nahmen die Papiere des Energieanlagenbauers Kurs auf das Rekordhoch vom Oktober. Binnen einer Woche haben sie sich damit um rund ein Drittel verteuert. Am Vortag hatten starke Geschäftszahlen angetrieben. Berenberg-Analyst Lasse Stueben lobte die starke Marktposition und Projekt-Pipeline des Unternehmens und erhöhte sein Kursziel von 105 auf 110 Euro./edh/jha/
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
Quelle: dpa-Afx