FORT WORTH (dpa-AFX) - Die Fluggesellschaft American Airlines senkt ihr Gewinnziel für das laufende Jahr. Damit hält das US-Unternehmen wegen stark gestiegener Treibstoffkosten infolge des Iran-Kriegs sogar einen Verlust für möglich. Das Management rechnet nun mit einem bereinigten Ergebnis je Aktie in der Bandbreite von minus 0,40 bis plus 1,10 US-Dollar, wie American Airlines am Donnerstag in Fort Worth (US-Bundesstaat Texas) mitteilte. Im vorbörslichen US-Handel legte die Aktie dennoch zuletzt um 1,2 Prozent zu.

Wegen der höheren Kerosinpreise muss der Konzern den Angaben zufolge zusätzliche Kosten von rund vier Milliarden Dollar verkraften. Zuvor hatte die Fluggesellschaft vor Beginn des US-Iran-Kriegs noch einen Gewinn von 1,10 bis 2,70 Dollar je Aktie angepeilt. Auch andere Fluggesellschaften hatten ihre Ziele gedämpft.

Im ersten Quartal verbuchte American Airlines einen um Sondereffekte bereinigten Verlust je Aktie von 0,40 Dollar. Analysten hatten hier jedoch mit einem höheren Minus gerechnet. Der Umsatz stieg um elf Prozent auf 13,9 Milliarden Dollar (rund 17 Milliarden Euro) und übertraf damit ebenfalls die Markterwartungen.

Zugleich verringerte American Airlines trotz des schwierigen Umfelds seine Gesamtverschuldung zum Quartalsende auf 34,7 Milliarden Dollar. Damit lag der Schuldenstand erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt unter 35 Milliarden Dollar. Auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie hatte die Verschuldung noch bei mehr als 50 Milliarden Dollar gelegen.

Finanzchef Devon May hatte im März gesagt, American Airlines werde eine Aufnahme zusätzlicher Mittel am Anleihemarkt bereits ab dem zweiten Quartal in Betracht ziehen, falls die erhöhten Treibstoffpreise anhielten.

Viele Fluggesellschaften versuchen derzeit angesichts der gestiegenen Treibstoffpreise und einem unsicheren Marktumfeld ihre Bilanzen zu schützen. Sie setzen dabei darauf, dass die robuste Nachfrage von Premium-Kunden und internationalen Passagieren anhält und höhere Ticketpreise die gestiegenen Kerosinkosten ausgleichen können, die durch den andauernden Iran-Krieg ausgelöst wurden./err/tav/he

Quelle: dpa-Afx