DORTMUND (dpa-AFX) - Verkehrschaos im deutschen Spitzensport? Auch Fans der Fußball-Bundesliga und anderer Sportarten dürften den Warnstreik der Gewerkschaft Verdi zu spüren bekommen. Wer ist betroffen? Wo drohen lange An- und Abreisen? Was wird überhaupt bestreikt? Ein Überblick.

Was wird bestreikt?

Der Warnstreik betrifft die Nahverkehrsunternehmen - und zwar in fast allen Bundesländern. Vor allem Busse, Trams und U-Bahnen fallen also aus. Wer als Auswärtsfan mit dem Zug in eine andere Stadt reist, muss zusehen, wie er dort vom jeweiligen Bahnhof aus weiterkommt. Während des bundesweiten ÖPNV-Streiks Anfang des Monats war der öffentliche Nahverkehr in großen Teilen Deutschlands bereits nahezu komplett zum Erliegen gekommen.

Wo droht das größte Chaos?

Besonders in Dortmund dürfte der Verkehr zum Problem werden. Mehr als 80.000 Zuschauer wollen zum Topspiel der Fußball-Bundesliga zwischen der Borussia und dem FC Bayern München am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky). Zudem finden in der nahegelegenen Helmut-Körnig-Halle die Leichtathletik-Hallenmeisterschaften und in der Westfallenhalle ein Techno-Event statt. Dazu ist die Autobahn 2 zwischen DO-Nordwest und DO-Nordost voll gesperrt.

Auch vor den Partien des FC Augsburg gegen den 1. FC Köln heute (20.30 Uhr) oder des SV Werder Bremen gegen den 1. FC Heidenheim am Samstag (15.30 Uhr) wurden Anhänger schon vor schwierigen Anreisen gewarnt.

Was raten die Vereine?

Die Clubs empfehlen den Fans, das letzte Stück zum Stadion möglichst zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. Wer mit dem Auto anreist, sollte das früh tun - und beim Parken auch auf weiter entfernte Stellflächen ausweichen.

Da auch die Abreise aus Deutschlands größtem Fußball-Stadion ohne die Entlastung durch den öffentlichen Nahverkehr länger dauern und Nerven kosten dürfte, raten die Dortmunder: "Habt keine Eile beim Verlassen des Stadions, bewahrt Ruhe, kalkuliert auch längere Warte-/Verweilzeiten mit ein."

Die Stadtwerke Augsburg bieten den Fans unter anderem an, die rund 940 Leihfahrräder des Unternehmens am Freitag kostenlos zu nutzen - wenn man sie per Handy-App bucht. In Bremen wird mitunter dazu aufgerufen, Fahrgemeinschaften zu bilden und so das Verkehrsaufkommen zu reduzieren.

Welche Ausnahmen gibt es?

In Mönchengladbach, wo die Borussia am Samstag (15.30 Uhr) auf den 1. FC Union Berlin trifft, sollen zumindest die Shuttle-Busse wie üblich zum Einsatz kommen. Sie fahren von den Hauptbahnhöfen in Mönchengladbach und Rheydt zum Stadion und zurück. Mehr als 50.000 Fans werden zum Spiel erwartet.

In Kaiserslautern endet der Streik sogar schon vor der Zweitliga-Partie des FCK gegen den SC Paderborn am Samstag (13.00 Uhr). Die Anreise zum Betzenberg dürfte sich also nicht strapaziöser gestalten als sonst.

Welche Sportevents sind noch betroffen?

In Augsburg wird heute Abend (19.30 Uhr) neben erstklassigem Fußball auch Eishockey gespielt. Die Panther treten zum Lokalduell gegen den EHC Red Bull München an. Das Eishockeystadion liegt allerdings relativ zentral in der Stadt, vom Bahnhof aus muss man nur etwas mehr als einen Kilometer laufen.

Ähnlich ist die Situation bei den Kölner Haien, die heute auf den ERC Ingolstadt treffen. Auch die Arena des achtmaligen deutschen Eishockey-Meisters liegt in Bahnhofsnähe - anders etwa als das Stadion des Fußball-Drittligisten Viktoria Köln, der am Samstag (14.00 Uhr) auf den VfB Stuttgart II trifft./lot/DP/mis

Quelle: dpa-Afx