WIESBADEN (dpa-AFX) - Schwierige Gespräche inmitten der Krise: Die Tarifverhandlungen für rund 585.000 Beschäftigte in der Chemie- und Pharmaindustrie gehen am Montag (13 Uhr) in Wiesbaden in die zweite Runde. Nach erfolglosen Gesprächen in Hannover sind Verhandlungen bis Dienstag angesetzt. Ob es zu einer Einigung kommt, ist unklar. Der aktuelle Tarifvertrag für die Branche läuft Ende Februar aus.

Zum Auftakt in Hannover waren die Fronten zwischen der Gewerkschaft IG BCE und dem Arbeitgeberverband BAVC verhärtet. So will die IG BCE Jobs sichern und höhere Entgelte erreichen, wenngleich sie auf eine konkrete Forderung verzichtet.

Die Arbeitgeber pochen dagegen auf Lohnzurückhaltung angesichts der Krise der Chemieindustrie, die unter hohen Energiepreisen, Konjunkturflaute und Überkapazitäten am Weltmarkt leidet. BAVC-Verhandlungsführer Matthias Bürk betonte, die Branche produziere 20 Prozent weniger als 2018, zahle aber deutlich höhere Tariflöhne.

Obwohl die Vorstellungen von Gewerkschaft und Arbeitgebern auch bei früheren Chemie-Tarifverhandlungen weit auseinander lagen, liefen diese stets ohne Eskalation ab: Den letzten Streik in der Branche gab es vor mehr als einem halben Jahrhundert - im Jahr 1971./als/DP/jha

Quelle: dpa-Afx