FRANKFURT/PARIS (dpa-AFX) - Der sich fortsetzende Ausverkauf an der US-Technologiebörse Nasdaq hat am Montagnachmittag auch die europäischen Aktienindizes erneut unter Druck gesetzt. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rutschte um mehr als eineinhalb Prozent auf 4238 Punkte ab, so tief stand er zuletzt kurz vor Weihnachten. Ähnlich schwach sah es beim deutschen Leitindex Dax aus mit minus 1,2 Prozent, womit er deutlich unter die 15 800er-Marke sank.

Grund für die Schwäche der Nasdaq sind die erwarteten Zinserhöhungen der US-Notenbank. Anleger sorgen sich hier, dass höhere Zinsen und damit teurere Finanzierungen den Schwung in der Wachstumsbranche ausbremsen könnten. Die Volkswirte von Goldman Sachs rechnen inzwischen mit vier Zinsschritten der Fed in diesem Jahr, während allgemein bislang von drei Erhöhungen ausgegangen wurde. An diesem Montag zog die Rendite für zehnjährige US-Staatspapiere auf 1,8 Prozent an, der technologielastige Nasdaq 100 fiel auf den tiefsten Stand seit Mitte Oktober mit zuletzt minus 2,6 Prozent auf 15 189 Zähler.

Der Technologiesektor sei einerseits pandemiebedingt stark gewachsen, zum andern habe die hohe Technikaffinität zu einer hohen Marktkapitalisierung der einzelnen Unternehmen geführt, sagte Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect. Diese wirke sich nun bei fallenden Kursen negativ auf den Gesamtmarkt aus und könne von den anderen Branchen nicht aufgefangen werden./ajx/he

Quelle: dpa-Afx