(Kurs aktualisiert, weitere Analysten)

JENA (dpa-AFX) - Der Technologiekonzern Jenoptik will nach einem Umsatz- und Gewinnrückgang im vergangenen Jahr 2026 wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. Der Umsatz soll steigen und die Marge für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sich wieder verbessern, teilte das Unternehmen am Freitag nach der Vorlage vorläufiger Jahreszahlen in Jena mit. Für die wichtige Halbleiteranlagenindustrie erwartet Jenoptik dabei eine grundsätzlich positive Entwicklung - unter anderem wegen der angekündigten massiven Investitionen in Rechenzentren.

Die im Kleinwertesegment SDax notierte Aktie knickte im frühen Handel zunächst deutlich ein. Anschließend drehte sie ins Plus und notierte am Nachmittag 1,5 Prozent höher. Am Vortag hatte sie im Zuge der Schwäche von Technologieaktien um mehr als ein Prozent nachgegeben. Das Papier ist in den vergangenen Monaten robust gelaufen. So legte der Kurs im laufenden Jahr um fast 40 Prozent zu, in den vergangenen 12 Monaten lag das Plus bei knapp einem Viertel.

Jenoptik habe schwache Zahlen für das Schlussquartal veröffentlicht, aber einen positiven Ausblick gegeben, notierte Henrik Paganetty vom Analysehaus Jefferies. Paul Skirta vom Bankhaus Metzler zufolge ist für 2026 eine Erholung in Sicht. Er schraubte seine Umsatz- und Ergebnisprognosen (Ebit) für das laufende Jahr nach oben und hob sein Kursziel an.

Im vergangenen Jahr hatte der Konzern eine schwächere Nachfrage aus der Chip- sowie der Automobilindustrie zu spüren bekommen. Dabei stabilisierte sich das Halbleiteranlagengeschäft in der zweiten Jahreshälfte, wie Jenoptik berichtete. Insgesamt gingen die Auftragseingänge 2025 um etwa drei Prozent auf nahe eine Milliarde Euro zurück. Der Umsatz sank vorläufigen Berechnungen zufolge um circa sechs Prozent auf 1,05 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda) nahm um etwa 13 Prozent auf 192 Millionen Euro ab, die entsprechende Marge verschlechterte sich um 1,5 Prozentpunkte auf rund 18,4 Prozent. Die Zahlen fielen leicht schwächer aus als erwartet.

"Jenoptik hat sich in einem insgesamt schwierigen Marktumfeld im Jahr 2025 gut behauptet", bilanzierte der Vorstandsvorsitzende Stefan Traeger. Trotz eines rückläufigen Umsatzes habe das Unternehmen seine Profitabilität aufgrund ergriffener Kostensenkungsmaßnahmen auf gutem Niveau halten können und die Nettoverschuldung weiter deutlich reduziert.

Einen ausführlichen Ausblick sowie Details zu den Zahlen will Jenoptik am 25. März vorlegen.

Jenoptik gehört mit weltweit knapp 4.500 Mitarbeitern zu den wenigen börsennotierten Technologieunternehmen in Ostdeutschland. Kerngeschäft sind optische Systeme, Laser und Messtechnik für industrielle Anwendungen sowie Laser und Ausrüstungen für die Verkehrsüberwachung./nas/stk/men/stk

Quelle: dpa-Afx