(Neu: weitere Aussagen zum Nahen Osten, Aktienkurs)
MANNHEIM (dpa-AFX) - Der Industriedienstleister Bilfinger
Die Aktie verlor zuletzt mehr als neun Prozent und gehörte damit zu den größten Verlierern im MDax
Die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten dämpften die Geschäftstätigkeit vor Ort, teilte das Unternehmen mit. Zudem hielten sich Unternehmen in Europa wegen der gestiegenen Energiepreise mit Investitionen zurück. Doch der Konzern setzt auch auf neues Geschäft beim Wiederaufbau im Nahen Osten.
"Bilfinger beobachtet die Lage aufmerksam und befindet sich bereits in konkreten Gesprächen mit Kunden im Mittleren Osten, um beim Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur zu unterstützen und schnell zur Wiederinbetriebnahme von Kapazitäten beizutragen", hieß es. Der Industriedienstleister machte im vergangenen Jahr rund vier Prozent der gesamten Erlöse in der Region.
Im ersten Quartal legte der Konzernumsatz im Jahresvergleich um vier Prozent auf gut 1,3 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf den Unternehmenswert (Ebita) stieg um 5 Prozent auf 60 Millionen Euro. Dazu trug auch der Sparkurs bei. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 4,5 auf 4,6 Prozent. Mit seinen Kennziffern traf das Unternehmen in etwa die Erwartungen der Analysten.
Unter dem Strich legte der Gewinn um 16 Prozent auf 37 Millionen Euro zu. Der Auftragseingang schrumpfte hingegen um 5 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.
Für 2026 peilt das Unternehmen weiterhin ein Wachstum des Konzernumsatzes auf bis zu 5,9 Milliarden Euro an. Im schlechtesten Fall könnten die Erlöse aber auch auf dem Vorjahresniveau von gut 5,4 Milliarden verharren. Analysten haben im Schnitt knapp 5,7 Milliarden auf dem Zettel. Vom Erlös sollen 5,8 bis 6,2 Prozent als operatives Ergebnis (Ebita-Marge) hängen bleiben. Experten rechneten zuletzt mit 5,9 nach 5,5 Prozent im Vorjahr.
Erst im Dezember hatte das Bilfinger-Management Mittelfristziele bekannt gegeben. Demnach peilt Bilfinger bis 2030 im Schnitt ein jährliches Umsatzplus von 8 bis 10 Prozent an. Davon sollen als Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf den Unternehmenswert (Ebita) 8 bis 9 Prozent übrigbleiben. Wachsen wollen die Mannheimer sowohl aus eigener Kraft als auch durch Zukäufe.
Bilfinger ist auf die Planung, Errichtung, Wartung, Modernisierung und Automatisierung von Industrie- und Energieerzeugungsanlagen spezialisiert./mne/nas/stk
Quelle: dpa-Afx