WIESBADEN (dpa-AFX) - Im vergangenen Jahr haben so viele Gäste an deutschen Tourismuszielen übernachtet wie noch nie. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes zählten die größeren Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten zusammen 497,5 Millionen Übernachtungen. Das waren 0,3 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2024.

Vor allem auf den mitgezählten Campingplätzen übernachteten mehr Menschen. Hier stieg die Zahl der Übernachtungen um 4,2 Prozent, während die Hotellerie einen Rückgang um 0,4 Prozent registrierte.

Weniger Gäste aus dem Ausland

Zum Rekord beigetragen hat ein starker Jahresendspurt: Im Dezember kamen noch einmal 32 Millionen Übernachtungen dazu. Das waren 3,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Stärkster Monat war der August mit 59,4 Millionen Übernachtungen.

Zum erneuten Rekord haben vor allem Gäste aus dem Inland beigetragen. Ihre Übernachtungszahl stieg gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent auf 413,7 Millionen. Die Zahl ausländischer Gäste ging hingegen um 1,8 Prozent zurück auf 83,8 Millionen. Hier macht sich die Fußball-Europameisterschaft bemerkbar, die 2024 zusätzliche Gäste angelockt hatte. Der Anteil ausländischer Gäste am gesamten Gästeaufkommen lag damit im Jahr 2025 bei 16,8 Prozent nach 17,2 Prozent im Jahr zuvor.

Kein Geld für Infrastruktur?

Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) sieht aber für das laufende Jahr eine steigende Nachfrage aus dem Ausland. Für 2026 erwarte man 3,2 Prozent mehr Übernachtungen internationaler Gäste. "Unsere hervorragende Positionierung im Städte- und Kulturtourismus, einzigartige Naturlandschaften sowie ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sind auch 2026 eine gute Ausgangslage im internationalen Wettbewerb", erklärt DZT-Chefin Petra Hedorfer.

Der Deutsche Tourismusverband (DTV) warnt hingegen vor Investitionslücken bei der touristischen Infrastruktur. Gäste erwarteten verlässliche Busse und Bahnen, gepflegte Rad- und Wanderwege, saubere Strände und Städte, barrierefreie Sehenswürdigkeiten. "Angesichts leerer Kassen in den Kommunen blicken wir jedoch mit Sorge in die Zukunft, ob die Infrastruktur den Ansprüchen der Reisenden weiter gerecht werden kann", sagt DTV-Präsident Reinhard Meyer./ceb/DP/stk

Quelle: dpa-Afx