ERFURT (dpa-AFX) - Der Betriebsrat des von einer Schließung bedrohten Zalando
Die offizielle Anfrage des Betriebsrates sei unbeantwortet geblieben. Das Unternehmen habe aus Sicht des Betriebsrates den Weg einer einseitigen Kommunikation gewählt, indem es ein Schreiben von Co-Vorstand David Schröder an die Belegschaft veröffentlichte, in der er sich erneut für die Einsetzung einer Einigungsstelle aussprach.
"Gespräche ohne verbindlichen Rahmen haben uns in den letzten Monaten nicht weitergebracht", sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Deshalb setze das Management auf die Einigungsstelle. "Sie bietet den notwendigen und verlässlichen Rahmen für weitere Gespräche und Verhandlungen."
Betriebsrat fühlt sich provoziert
Betriebsratschef Tony Krause bezeichnete das Vorgehen des Managements als "zutiefst enttäuschend". Es markiere "einen neuen Tiefpunkt in der Kommunikation zwischen dem Betriebsrat und der Unternehmensführung". Krause sprach von einer Provokation. Gegen die Einsetzung einer Einigungsstelle wehrt sich der Betriebsrat vor dem Thüringer Landesarbeitsgericht.
Bei der kürzlich erfolgten Betriebsratswahl sei das Gremium in nahezu unveränderter Besetzung bei einer hohen Wahlbeteiligung im Amt bestätigt worden. Der Betriebsrat wertete das als "eindeutiges Mandat und breite Zustimmung der Kolleginnen und Kollegen zu seinem bisherigen Kurs".
Zalando will das Erfurter Logistikzentrum, mit dem der Online-Modehändler groß geworden ist, im September schließen. Damit würden alle 2.700 Arbeitnehmer ihren Job in Erfurt verlieren. Der Konflikt schwelt seit Jahresbeginn, inzwischen hat es zwei Betriebsversammlungen - zuletzt ohne Managementvertreter - sowie eine Demonstration von Arbeitnehmern und Unterstützern in Erfurt gegeben./rot/DP/jha
Quelle: dpa-Afx