ASSLAR (dpa-AFX) - Der Vakuumpumpen-Hersteller Pfeiffer Vacuum konnte im Schlussquartal bei den Bestellungen punkten und will mit einer erhöhten Dividende die Aktionäre bei Laune halten. Derweil schrieben die Hessen auf die Bilanzwerte früherer Zukäufe Millionen ab, was das Ergebnis im Corona-Jahr zusätzlich belastete. Der SDax-Konzern aus Aßlar steckte ohnehin viel Geld ins künftige Wachstum. Die zusätzlichen Kosten führten nicht zu Jubelsprüngen bei den Investoren - die Aktie fiel.

Am Vormittag verlor der Pfeiffer-Kurs 2,75 Prozent auf 162,60 Euro und folgte damit dem jüngeren Trend des Papiers nach unten. Im Januar hatte Pfeiffer bereits Eckdaten für den Umsatz genannt und die Aktie mit der Ankündigung neuer Mittelfristziele auf einen Höhenflug geschickt. Zu diesen gab es aber nun noch nichts Neues.

Am 25. März steht das detaillierte Zahlenwerk zum Vorjahr auf dem Plan. Dann dürfte auch ein detaillierterer Ausblick auf das laufende Jahr folgen. "Wir sind optimistisch, dass wir 2021 in der Lage sein werden, den Umsatz zu steigern und das operative Ergebnis zu verbessern", gab die seit Jahresbeginn amtierende neue Chefin Britta Giesen die Leitlinie vor.

Analysten hatten zwar im Schnitt eine leichte Senkung der Dividende auf dem Zettel. Bei der niedrigen Dividendenrendite von rund einem Prozent konnte das aber die Laune angesichts der sonstigen Ergebnisentwicklung nicht spürbar heben. Hier hatten Experten nämlich mit etwas besseren Zahlen gerechnet.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel den vorläufigen Zahlen zufolge um 30,5 Prozent auf 45,3 Millionen Euro, weil Pfeiffer Corona-Belastungen schultern musste und Geld in künftiges Wachstum investierte. Zudem hätten Wertminderungen vorwiegend auf die Firmenwerte früher übernommener Unternehmen mit 8,8 Millionen Euro belastet, hieß es.

Aktionäre sollen für das vergangenen Jahr mit 1,60 Euro je Papier nun 35 Cent mehr Gewinnbeteiligung bekommen als im Vorjahr. Die angehobene Ausschüttung erkläre sich mit einer soliden Liquiditätssituation sowie der im Vorjahr angesichts der Covid-Unsicherheiten gesenkten Dividende, hieß es vom Unternehmen.

Der Umsatz des Konzerns ging im Gesamtjahr laut vorläufigen Zahlen um 2,2 Prozent auf 618,7 Millionen Euro zurück und fiel damit leicht besser aus als erste Eckdaten aus dem Januar. Beim Auftragseingang konnte Pfeiffer auch dank eines besseren Schlussquartals insgesamt um 5,4 Prozent auf 631,3 Millionen Euro zulegen.

Giesen will mit eigenem Wachstum und Zukäufen in den kommenden drei bis fünf Jahren den Marktanteil von Pfeiffer ausbauen. Aktuell stehen die Chancen im derzeitigen Umfeld auch gar nicht schlecht: Pfeiffer ist mit seinen Vakuumpumpen unter anderem in derzeit wachsenden Feldern unterwegs, etwa als Lieferant für die Reinräume von Chipherstellern und für analytische Labore./men/ssc/stk

Quelle: dpa-Afx