ASSLAR (dpa-AFX) - Der Pumpenspezialist Pfeiffer Vacuum hat im zweiten Quartal trotz der Belastungen durch die Corona-Krise bei Umsatz und operativem Ergebnis leicht besser abgeschnitten als vom Unternehmen zuletzt erwartet. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,6 Prozent auf 148,5 Millionen Euro, teilte das im SDax notierte Unternehmen am Dienstag in Aßlar mit. Ende Juni hatte der Vakuumpumpen-Hersteller nur 140 bis 145 Millionen Euro angepeilt.

Schlechter lief das Geschäft unter anderem in den Märkten für Beschichtung, Industrie und Analytik. Das Halbleitergeschäft habe hingegen eine "starke Leistung" hingelegt, da bedeutende Kunden unverändert an ihrer Expansion festgehalten hätten.

"Unsere Zahlen für das erste Halbjahr waren speziell durch den Einfluss der Corona-Pandemie und der weltweiten Rezession gekennzeichnet", erklärte Unternehmenschef Eric Taberlet, jedoch operiere Pfeiffer in einem sehr attraktiven Wachstumsmarkt. Pfeiffer stellt unter anderem Spezialvakuumpumpen für Reinräume in der Chipherstellung und für Labore her.

Einen Ausblick auf das Gesamtjahr traut sich das Unternehmen weiter nicht zu. Pfeiffer rechnet im zweiten Halbjahr nicht mit einer Besserung bei Umsatz und operativem Ergebnis im Vergleich zum ersten Halbjahr. Die Prognose für 2020 hatte das Unternehmen wegen der Corona-Pandemie Ende März zurückgezogen. Der Auftragseingang lag zwischen Januar und Juni wegen des nur leichten Rückgangs im zweiten Quartal weiter im Plus. In den ersten drei Monaten hatte Pfeiffer hier gute Zahlen vorgelegt.

Auch beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag Pfeiffer zwischen April und Juni mit einem Rückgang um 54,2 Prozent auf 6,7 Millionen Euro im Jahresvergleich leicht über den jüngsten Erwartungen. Neben dem gesunkenen Absatz drückte auch die in Folge der Corona-Krise gesunkene Produktivität laut Vorstand auf die Gewinne. Daneben habe man in das Wachstum der Marktanteile investiert.

An der Börse kam das Zahlenwerk zunächst weniger gut an. Ein Händler sprach bei Umsatz und Auftragseingang von insgesamt etwas besser als erwarteten Zahlen, doch die Profitabilität und der Ausblick sei schwach. Der Aktienkurs gab am Vormittag um 2,35 Prozent auf 166,20 Euro nach. Damit entfernt sich die Aktie weiter von ihrem noch Ende Juli bei gut 180 Euro erreichten Rekordhoch, wird aber weiter deutlich über ihrem Vor-Corona-Preis gehandelt. Zwischen Ende Februar und Mitte März hatten die Anteilsscheine um mehr als ein Viertel auf unter 113 Euro nachgegeben, im Tief waren sie sogar nur etwas mehr als 104 Euro wert.

Die Corona-Krise hat Pfeiffer Vacuum in den ersten sechs Monaten vor allem bei den Gewinnkennzahlen deutlich getroffen. Bereits zwischen Januar und März musste das Unternehmen trotz stabiler Erlöse einen Gewinneinbruch um fast ein Drittel hinnehmen.

Der Posten der Finanzchefin Nathalie Benedikt soll derweil ab dem 1. Januar wegfallen, dann soll es nur noch einen Unternehmenschef und einen Vorstand für das operative Geschäft geben. Dies hatte Pfeiffer Vacuum schon Anfang Juni bekannt gegeben. Unterstützt werden soll der Vorstand künftig durch ein neues Team, dem neben den Vorstandsmitgliedern vor allem die Finanz-, Verkaufs- und Technologiechefs angehören sollen.

Zudem bekommt Pfeiffer ab dem nächsten Jahr mit Britta Giesen eine Chefin. Der derzeitige Vorstandsvorsitzende Eric Taberlet geht dann wie geplant in den Ruhestand. Pfeiffer Vacuum gehörte seit November 2018 zu gut der Hälfte dem Pumpenhersteller und Familienkonzern Busch. Bis Ende 2019 schraubte Busch den Anteil auf etwas mehr als 60 Prozent nach oben./ssc/men/jha/

Quelle: dpa-Afx