HAMBURG (dpa-AFX) - TAG Immobilien
Die Nettomieteinnahmen stiegen in den drei Monaten bis Ende März im Jahresvergleich insgesamt um 4,2 Prozent auf 95,9 Millionen Euro. In Deutschland erhöhte sich den Angaben zufolge die Miete für die rund 84.100 Wohnungen auf Basis eines vergleichbaren Portfolios im Schnitt um drei Prozent. Die durchschnittliche Miete stieg per Ende März auf 6,03 Euro je Quadratmeter. Bei Neuvermietungen betrug sie 6,58 Euro je Quadratmeter. Der Leerstand betrug 3,6 Prozent.
In Polen profitierte das Unternehmen ebenfalls von steigenden Mieten. Zudem konnte TAG Immobilien deutlich höhere Einnahmen durch den Verkauf von Wohnungen im Nachbarland erzielen. So stieg das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Konzern insgesamt um 17 Prozent auf 80,3 Millionen Euro.
Der für die Immobilienbranche wichtige operative Gewinn (FFO I) legte im Quartal um fast zehn Prozent auf 49,3 Millionen Euro zu. Von diesem Ergebnis hängt auch die Höhe der Dividende ab. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 35 Millionen Euro, nach 39 Millionen ein Jahr zuvor. Das Unternehmen begründete den Rückgang mit einem niedrigeren Finanzergebnis. Dieses sei vor allem durch gestiegene, nicht zahlungswirksame Aufwendungen für Währungsdifferenzen belasten worden.
Um das Wachstum im polnischen Markt zu beschleunigen, prüft TAG Immobilien zusammen mit der polnischen Tochter Robyg derzeit mögliche strategische Alternativen. Dazu gehörten auch ein öffentliches Angebot und eine Notierung der Aktien von Robyg im regulierten Markt der Warschauer Börse, bestätigte Co-Chef und Finanzchef Martin Thiel in einer Telefonkonferenz frühere Aussagen. TAG würde dabei jedoch Mehrheitsaktionärin bleiben.
TAG war mit dem Kauf des Projektentwicklers Vantage Development Ende 2019 in den polnischen Markt eingestiegen und hatte das Geschäft 2022 mit dem Kauf des Wohnungsentwicklers Robyg ausgebaut. Dieser ist für den Kauf von Grundstücken, den Bau und die Veräußerung von Wohneinheiten zuständig. Einige Verkaufsprojekte werden zudem in Gemeinschaftsunternehmen mit dem Finanzinvestor Centerbridge abgewickelt.
Der Hamburger Konzern konzentriert sich in Deutschland auf sogenannte B- und C-Standorte, die damit in den weiteren Einzugsgebieten der Metropolen und in mittelgroßen Städten liegen. Der größte Teil der Wohnimmobilien befindet sich in Ostdeutschland in Städten wie Gera, Leipzig, Chemnitz, Erfurt sowie im Umfeld von Berlin./mne/mis/jha/
Quelle: dpa-Afx