AMSTERDAM (dpa-AFX) - Der US-Fahrdienstleister Uber
Für die Aktie von Delivery Hero ging es zuletzt um 3,9 Prozent auf 21,08 Euro nach oben. Seit Jahresbeginn hat sie aber fast 8 Prozent an Wert verloren, in den vergangenen zwölf Monaten elf Prozent. Prosus lagen hingegen nur leicht im Plus.
Eine Sprecherin von Delivery Hero wollte auf Anfrage der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX zu diesem Zeitpunkt keine Angaben dazu machen, wie hoch die Beteiligung von Uber an Delivery Hero jetzt ist. Prosus hält nach dem Verkauf nun noch 21,8 Prozent.
Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg begrüßte die weitere Beteiligung von Uber an dem MDax-Unternehmen
Großaktionär Prosus
Für Andrew Ross von Barclays ist der Ausbau der Beteiligung des Fahrdienstvermittlers an Delivery Hero eine interessante Entwicklung. Der Schritt stehe vor dem Hintergrund, dass Prosus seinen Delivery Hero-Anteil auf einen einstelligen Prozentsatz reduzieren müsse. Es blieben damit noch viele Unwägbarkeiten in einer "speziellen Konstellation" bei dem Essenslieferdienst.
Laut Analyst Giles Thorne von Jefferies gebe es nun mehr Fragen als Antworten. Er habe kurz zuvor noch mit einer Übernahme von Delivery Hero durch Prosus in nächster Zeit gerechnet. Nun gehe das Rätselraten um die Intentionen von Uber weiter.
Im Mai 2024 wollte Delivery Hero sein Taiwan-Geschäft an Uber verkaufen. Das US-Unternehmen wollte den Bereich in einem mehrstufigen Geschäft für knapp eine Milliarde US-Dollar erwerben. Jedoch stimmte die taiwanesische Wettbewerbsbehörde TFTC dem Deal nicht zu. Im März 2026 hat das Management schließlich mit dem Konzern Grab aus Singapur einen Käufer für das Taiwan-Geschäft seiner Tochter Foodpanda gefunden. Der Kaufpreis liegt ohne Schulden und Barmittel bei 600 Millionen US-Dollar.
Das Management von Delivery Hero hatte im Dezember angekündigt, den Verkauf von Unternehmensteilen zu prüfen. Dabei wollte der Konzern auch strategische Partnerschaften und Kapitalmarkttransaktionen für Ländergesellschaften ins Auge fassen. Zudem würden "wertsteigernde Maßnahmen zur Kapitalstruktur und Kapitalallokation" geprüft, hieß es damals. Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach Investoren das Management auf Verkäufe von Geschäftsfeldern drängen sollen.
Delivery Hero will indessen im laufenden Jahr weiter wachsen. So soll das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 910 bis 960 Millionen Euro zulegen. Beim Bruttowarenwert (Gross Merchandise Value, GMV) peilt das Management bei konstanten Wechselkursen ein Zuwachs um acht bis zehn Prozent an. Der Gesamtumsatz aller Segmente soll ohne Währungseffekte um 14 bis 16 Prozent zulegen./err/stk/nas
Quelle: dpa-Afx