FRANKFURT (dpa-AFX) - Enttäuschende Daten aus der Industrie sowie die instabile Lage am Ölmarkt haben den Dax am Dienstag belastet. Der deutsche Leitindex sank im frühen Handel um 0,48 Prozent auf 15 586,87 Punkte. Der MDax gab um 0,11 Prozent auf 34 496,68 Zähler nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,40 Prozent auf 4071,22 Punkte.

Im Mai erhielt die deutsche Industrie wesentlich weniger Aufträge als einen Monat zuvor. Analysten indes hatten mit einem Zuwachs gerechnet. Vor allem die schwache Auslandsnachfrage außerhalb der Eurozone belastete.

Marktanalyst Milan Cutkovic verwies angesichts der geplatzten Gespräche der Opec+ zudem auf den "Ölpreis als Stimmungskiller" und sprach von aufziehenden "dunklen Wolken am noch sommerlichen Börsenhimmel". Kommt es nun zu einem rapiden Anstieg der Ölpreise innerhalb kurzer Zeit, dürften die Inflationssorgen wieder in den Vordergrund rücken und die Stimmung auf dem Börsenparkett empfindlich belasten, warnte er.

Bevor am späteren Vormittag mit den ZEW-Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten weitere wichtige Daten anstehen, rückten zunächst Einzelwerte am deutschen Aktienmarkt in den Blick.

So wurde der Labordienstleister und Pharmazulieferer Sartorius nach guten Geschäften in den ersten sechs Monaten zuversichtlicher für das Gesamtjahr und stellte eine höhere Umsatzsteigerung als bisher in Aussicht. Auch der bereinigte operative Gewinn soll höher ausfallen als bisher erwartet. Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten gut an: Die Sartorius-Aktie legte als einer der Favoriten im MDax um 1,8 Prozent zu.

Der Windkraftanlagenhersteller Nordex informierte über seine gesamte Auftragslage im zweiten Quartal. Zwischen April und Juni seien knapp 300 Windkraftanlagen für Projekte in neun Ländern mit einem Gesamtvolumen von etwas über 1500 Megawatt bestellt worden, hieß es. Die Papiere dieses MDax-Unternehmens gewannen 0,9 Prozent.

Dagegen sackten die Anteilsscheine der Shop Apotheke um rund acht Prozent ab, denn laut dem Medikamenten-Versandhändler sorgen aktuell ein "angespannter Arbeitsmarkt und "der Umzug an den neuen Standort in Sevenum" für eine vorübergehend reduzierte Logistikkapazität. Das Wachstum habe sich daher im zweiten Quartal temporär verlangsamt, hieß es. Die Jahresziele bestätigte das Management zwar, bezeichnete sie nun aber als herausfordernd.

Im Nebenwerte-Index SDax waren nach einem starken Auftragseingang die Papiere des österreichischen IT-Dienstleisters S&T gefragt, die dort als Favorit um 3,2 Prozent zulegten. "S&T ist operativ auf bestem Weg, das zeigt sich am starken Auftragseingang und wird sich in guten Halbjahreszahlen niederschlagen", sagte Konzernchef Hannes Niederhauser laut Mitteilung und bekräftigte die Jahresziele. Veröffentlicht werden soll der Geschäftsbericht zum ersten Halbjahr am 5. August.

Im Dax zogen HeidelbergCement angesichts einer positiven Studie mit plus 1,4 Prozent an die Index-Spitze. Analystin Glynis Johnson von der Investmentbank Jefferies bekräftigte ihre Kaufempfehlung und hob das Kursziel an. Sie rechnet im zweiten Quartal erneut mit einer starken Ergebnisentwicklung (Ebitda) und schraubte daher ihre Jahresschätzung höher./ck/mis

Quelle: dpa-Afx