PARIS/DARMSTADT (dpa-AFX) - Der Pharmakonzern Sanofi
Hudson war im September 2019 von Novartis
Doch zuletzt stand Hudson unter Druck. Für den milliardenschweren Kassenschlager Dupixent, der unter anderem bei Asthma und Neurodermitis angewendet wird, werden wegen des bevorstehenden Patentablaufs Umsatzeinbußen befürchtet. Die Suche nach möglichen neuen Umsatzbringern und Hudsons ambitionierte Pläne, mehr neue Medikamente auf den Markt zu bringen, waren bislang aber nur bedingt von Erfolg gekrönt. Mehrere wichtige Medikamentenstudien scheiterten ausgerechnet in der letzten und entscheidenden Phase oder brachten durchwachsene Ergebnisse.
So floppte Sanofi kürzlich mit dem Wirkstoff Tolebrutinib bei der sogenannten primär progredienten Form der Multiple Sklerose (PPMS). Und auch Amlitelimab gegen Neurodermitis, das einige schon als möglichen Dupixent-Nachfolger gesehen hatten, konnte in den Tests nicht völlig überzeugen.
Analysten zeigten sich unterdessen von dem Personalwechsel überrascht. Nach den Forschungsrückschlägen sorge die plötzliche Veränderung eher noch für mehr Verunsicherung, konstatierte etwa Graham Parry von der Citigroup. Er hob zwar Garijos lange Erfahrung in der Pharmaindustrie hervor, hätte aber eher mit einem Kandidaten aus einem großen forschenden Pharmaunternehmen gerechnet. Nun bleibe abzuwarten, welche Maßnahmen die neue Chefin ergreifen werde.
Michael Leuchten von Jefferies schrieb, Garijo habe bei Merck zwar nicht das Profil einer Top-Pharmamanagerin erreicht, er hielt ihr aber zugute, dass sie in Darmstadt immerhin ein alterndes Medikamentenportfolio gut gemanagt habe.
Sanofi-Verwaltungsratschef Frédéric Oudéa lobte unterdessen die Expertise von Garijo: "Sie ist eine anerkannte Führungskraft in unserer Branche mit einem unbestrittenen Ruf. Sie kennt die Sanofi-Gruppe sehr gut, wo sie 15 Jahre lang wichtige Positionen innehatte und viele Erfolge erzielt hat." Neben Sanofi gehörte auch der Arzneimittelkonzern Abbott zu Garijos beruflichen Stationen, wo sie mehrere Jahre in der Forschung arbeitete.
Beim Pharma- und Technologiekonzern Merck stand die studierte Medizinerin seit Mai 2021 an der Spitze. Dort steht die Staffelübergabe schon seit längerem fest: Den bisherigen Ankündigungen zufolge soll der amtierende Leiter der Elektroniksparte, Kai Beckmann, Garijo zum 1. Mai an der Konzernspitze ablösen. Den Wechsel hatte das Darmstädter Dax
Garijo hatte Merck durch die Corona-Pandemie gesteuert. Zudem managte sie Zukäufe, wie zuletzt die Übernahme des US-Krebsspezialisten Springworks Therapeutics./tav/niw/stk
Quelle: dpa-Afx