MONTABAUR (dpa-AFX) - Der zu United Internet gehörende Telekommunikationsanbieter 1&1 hat im ersten Quartal den Umsatz etwas gesteigert, operativ aber einen Tick weniger verdient. Die Prognose für 2026 und darüber hinaus bestätigte der Konzern. Die Zahl der Kundenverträge lag zu Jahresbeginn mit 16,32 Millionen wenig verändert auf Vorjahresniveau, teilte das im Nebenwerte-Index SDax notierte Unternehmen am Dienstag in Montabaur mit. Bei den Anlegern kam das nicht so gut an.

Für die Aktie ging es zuletzt um etwas über zwei Prozent nach unten. Im bisherigen Jahresverlauf verlor die Aktie zehn Prozent an Wert, auf Zwölfmonatssicht hat sie sich aber fast 40 Prozent verteuert. Für Ganesha Nagesha von der britische Investmentbank Barclays lag der Umsatz von 1&1 über den Erwartungen. Das operative Ergebnis (Ebitda) sei aber stabil geblieben und die operativen Trends hätten sich nicht groß verändert.

Die Erlöse stiegen um 1,1 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro. Dabei lag der werthaltige Service-Umsatz mit rund 900 Millionen Euro 1,2 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank minimal um 0,1 Prozent auf 192,4 Millionen Euro. Der Konzerngewinn schrumpfte dagegen wegen höherer Kosten um 62 Prozent auf 17,8 Millionen Euro.

Beim Ausbau seines Mobilfunknetzes kommt 1&1 indessen langsam voran. Die eigenen Antennen erreichten Ende März 29 Prozent der Haushalte Deutschlands und damit zwei Prozentpunkte mehr als drei Monate zuvor. Bis 2030 muss das Unternehmen mindestens 50 Prozent der Haushalte erreicht haben, so sieht es eine staatliche Ausbaupflicht vor.

1&1 ist nach der Telekom, Vodafone und von O2 der vierte deutsche Handynetzbetreiber. Er hat sich 2019 erstmals eigene Funkfrequenzen für 1,1 Milliarden Euro ersteigert und seine ersten Mobilfunk-Antennen Ende 2023 aktiviert.

Dort, wo 1&1 keine eigenen Antennen hat, werden Kunden mit Antennen von Vodafone verbunden. Dafür zahlt 1&1 Miete. Zum Jahreswechsel hatte 1&1 in Deutschland rund 2.000 Antennen aktiviert, für dieses Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Zuwachs von durchschnittlich 300 neu aktivierten Standorten pro Quartal. Zum Vergleich: Partner Vodafone kommt auf rund 28.000, Konkurrent O2 auf 29.000 und die Telekom auf mehr als 35.000./err/DP/wdw/nas/jha/

Quelle: dpa-Afx