LOS ANGELES/NEW YORK (dpa-AFX) - Der Bieterkampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers
Warner und Netflix waren Anfang Dezember eine verbindliche Übernahmevereinbarung eingegangen. Wenige Tage später schmiss Paramount seinen Hut in den Ring und bot 108,4 Milliarden Dollar für den gesamten heutigen Warner-Konzern.
Vor knapp einem Monat änderte Netflix dann sein Gebot und will seine Offerte von knapp 83 Milliarden US-Dollar (71 Mrd Euro) inklusive Schulden für das Studio- und Streaming-Geschäft von Warner seitdem komplett in bar bezahlen. Die TV-Sender wie CNN sollen dabei in ein eigenständiges Unternehmen abgespalten werden. Paramount bot anschließend an, die Zahlung von 2,8 Milliarden Dollar zu übernehmen, die Warner an Netflix bei einer Auflösung des bereits vereinbarten Übernahmedeals mit dem Streaming-Riesen überweisen müsste.
Der Mitteilung zufolge hat sich Warner nun mit Netflix geeinigt, sieben Tage lang mit Paramount über die Bedingungen seines jüngsten Angebots zu verhandeln. Auslöser für die neuen Gespräche ist Warner zufolge, dass ein Vertreter von Paramount mündlich eine Offerte von 31 Dollar pro Aktie in Aussicht gestellt habe. Das wäre ein Dollar mehr als das bisherige Paramount-Angebot. Dabei habe es auch geheißen, dass es nicht das "beste und endgültige" Gebot von Paramount sei. Jetzt will der Warner-Verwaltungsrat herausfinden, wie weit Paramount gehen würde.
In dem Bieterkampf geht es auch um das Schicksal des Nachrichtensenders CNN, bei dem oft kritisch über US-Präsident Donald Trump berichtet wird. Trump sagte im Dezember, es müsse sichergestellt werden, dass CNN bei einem Deal auf jeden Fall den Besitzer wechsele.
Paramount wurde im vergangenen Jahr von der Familie des als Trump-Unterstützer bekannten Tech-Milliardärs Larry Ellison gekauft. Die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS schlug seit der Übernahme durch die Ellisons zum Teil einen freundlichen Ton gegenüber der Trump-Regierung an. Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte./lew/so/men
Quelle: dpa-Afx