LONDON (dpa-AFX) - Die wegen des Irankriegs stark gestiegenen Öl- und Gaspreise haben dem britischen Ölkonzern Shell einen Gewinnsprung beschert. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn zog im ersten Quartal auf 6,9 Milliarden US-Dollar (5,9 Mrd Euro) an. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorquartal, wie Shell am Donnerstag in London mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit deutlich weniger Gewinn gerechnet. Vor allem die Raffineriesparte und die Förderung konnten ihre Gewinnbeiträge deutlich steigern. Beim Aktienrückkauf tritt Shell im laufenden Quartal allerdings etwas auf die Bremse.

Während die Quartalsdividende um 5 Prozent auf 39,06 US-Cent je Aktie erhöht wird, kürzt Shell-Chef Wael Sawan die Ausgaben für den Rückkauf eigener Aktien von 3,5 auf 3 Milliarden Dollar im Quartal. Die Investitionsausgaben für dieses Jahr plant der Konzern nun mit 24 bis 26 Milliarden Dollar ein, im Februar war noch von lediglich 20 bis 22 Milliarden Dollar die Rede. In der neuen Summe sind rund 4 Milliarden Dollar im Zusammengang mit der Übernahme des kanadischen Unternehmens ARC Resources enthalten.

Der Krieg im Nahen Osten hat nicht nur die Ölpreise in die Höhe steigen lassen, sondern auch viele Produktionsanlagen am Golf beschädigt. Der Transport von Öl durch die Straße von Hormus war und ist weiter stark eingeschränkt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent ist seit Beginn des Konflikts um über die Hälfte gestiegen und liegt aktuell weiter bei über 100 Dollar./men/mis/stk

Quelle: dpa-Afx