(Wiederholung aus technischen Gründen)

KÖLN (dpa-AFX) - Beim Motorenhersteller Deutz zahlt sich der jüngste Konzernumbau weiter aus. Im traditionell eher schwachen ersten Quartal zog der Konzern deutlich mehr Aufträge an Land. Chef Sebastian Schulte zeigte sich am Donnerstag auf der Pressekonferenz insbesondere von dem Anstieg der Buchungen im Motorenbereich positiv überrascht. "Das gute Momentum, das wir haben, stützt ganz klar unsere Jahresziele", sagte der Manager. Dabei schloss er auch eine Einengung der Prognosebandbreite nicht aus, sollte die Dynamik im Jahresverlauf weiter anhalten. An der Börse kletterte die Aktie auf die Nachrichten deutlich.

Das Papier schoss im morgendlichen Handel um fast 9 Prozent nach oben und erreichte ein Hoch seit Anfang März, zuletzt lag der Kurs noch gut 8 Prozent im Plus bei 11,48 knapp darunter. Damit gehörte es zu den Favoriten im MDax, dem Index der mittelgroßen Unternehmenswerte. Bereits in den vergangenen Handelstagen hatte sich die Aktie im Einklang mit dem Markt deutlich erholt, seit einem Zwischentief Ende April hat der Kurs fast 16 Prozent hinzugewonnen. Im Vergleich zum Jahreswechsel kostet die Aktie sogar rund ein Drittel mehr.

Von Anfang Januar bis Ende März zog der Auftragseingang um gut 41 Prozent auf 771 Millionen Euro an. Der Kölner Hersteller berichtete dabei auch von einer Erholungstendenz im Baumaschinen- und Landtechnikbereich vor allem zum Quartalsende hin. Im größten Standbein mit Motoren gingen in den drei Monaten über ein Viertel mehr Buchungen ein als im Jahr zuvor. Die positive Tendenz dort habe auch im April angehalten, sagte Schulte.

Thorsten Reigber von der DZ erklärte, der Auftragseingang bei Deutz sei besser als gedacht ausgefallen. Allerdings sei ein großer Teil des Anstiegs der Übernahme des Notstromaggregate-Herstellers Frerk geschuldet.

Konzernweit kletterte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 8,4 Prozent auf 530 Millionen Euro. "Sowohl unser Motorengeschäft als auch unsere neu erschlossenen Geschäftsfelder Energie und Verteidigung sowie das wichtige Wachstumsfeld Service leisten erkennbare Beiträge", hob Schulte hervor.

Noch stärker als der Erlös verbesserte sich das operative Ergebnis. Dabei kamen Deutz auch Einsparungen zugute: Alle Maßnahmen seien erfolgreich in Gang gebracht, und das ursprüngliche Einsparziel von 50 Millionen Euro werde um rund zehn Prozent übertroffen, hieß es.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) zog somit gar um fast 46 Prozent auf 37,3 Millionen Euro an. Die entsprechende Marge stieg um 1,8 Prozentpunkte auf 7 Prozent. Dabei konnte der Konzern in seinem kleinsten Bereich, dem Geschäft mit Batteriemanagementsysteme und Wasserstoffverbrennungsmotoren seinen operativen Verlust deutlich verringern.

Unter dem Strich kehrte der Konzern mit einem Gewinn von 21,8 Millionen Euro in die schwarzen Zahlen zurück. Ein Jahr zuvor hatte hier noch ein Verlust von 10 Millionen Euro gestanden.

Die Jahresziele bestätigte Schulte. Bislang sehen diese einen Umsatzanstieg auf 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro vor. 2025 hatte Deutz bereits von seinem Expansionskurs profitiert und den Umsatz auf gut 2 Milliarden Euro angekurbelt. Die operative Rendite (bereinigte Ebit-Marge) will das Management 2026 auf 6,5 bis 8 Prozent hochtreiben, nach 5,5 Prozent im vorigen Jahr.

Die Nordrhein-Westfalen hatten 2024 nach mauen Absatzzahlen und der schwachen Konjunktur ihr Sparpaket ausgerollt. Zugleich kaufte Deutz abseits des bisherigen Kerngeschäfts zu. So baute der Konzern etwa im vergangenen September sein Rüstungsgeschäft mit dem Kauf der Sobek Group aus, einem Anbieter von Antriebssystem für Drohnen. Die Frerk Aggregatebau GmbH kam Anfang Februar zu Deutz hinzu./tav/mis

Quelle: dpa-Afx