Der Iran-Krieg hat tiefe Spuren in vielen Depots hinterlassen: Gold, Aktien und sogar Anleihen sind gefallen – die Investoren zittern um ihr Geld. Aber ist der „Gipfel der Angst“ womöglich schon erreicht? Warum ein Analyst auf Seeking Alpha genau jetzt zum Einstieg rät.
Starke Abflüsse aus Gold und Gold-ETFs, Anleger, die scharenweise Geld aus Aktien-ETFs abziehen– für Jack Bowman ist das ein Hinweis darauf, dass gerade selbst die „letzten Optimisten“ die Flinte ins Korn werfen. Dazu passt, dass der berühmte „Fear and Greed Index“ von CNN derzeit tief im roten Bereich bei „extreme fear“ steht, also „extreme Angst“.
„Time to be greedy“
Und dazu passt auch, dass Hedgefonds trotz der bereits gefallenen Kurse noch relativ stark „Short“ positioniert sind. Kunden von Goldman Sachs etwa würden „in nie dagewesenem“ Ausmaß Puts kaufen, schreibt Bowman. Er sieht darin die Chance auf einen überfüllten „Short/Put“-Trade: Irgendwann müssen sich die Profis eindecken – und dann dreht der Markt schnell.
Deshalb sei es jetzt „time to be greedy“, Zeit wieder gierig zu sein, schreibt Bowman.
Warum der Experte ausgerechnet jetzt in Tech investiert
Doch welche Titel eignen sich für so einen Zock? Antwort: Das weiß niemand so genau. Statt „den Markt“ zu kaufen, wählt Analyst Bowman stattdessen eine Wette auf Technologieaktien. Diese sein zuletzt besonders stark gefallen – und böten gleichzeitig historisch gesehen die größten Rebound-Chancen. Der Amerikaner nutzt dafür den Technology Select Sector SPDR -ETF mit dem Kürzel XLK. Dieser ETF ist in Deutschland nicht handelbar. Sein europäisches Pendant entspricht ungefähr dem SPDR MSCI World Technology UCITS ETF mit der WKN A2AE57.
Für seine Wahl nennt Bowman vor allem zwei Gründe
Zum einen gibt es die Fundamentalseite: Die Gewinnschätzungen für den Tech-Sektor steigen trotz scheinbarer Krise immer noch weiter, auch die Margen sollen sich ausweiten – trotz des jüngsten „Software-Meltdowns“ infolge der sogenannten KI-Trades. Gleichzeitig erscheinen die Aktienbewertungen wieder attraktiver: Viele Technologiewerte notieren derzeit unter ihren durchschnittlichen Fünf- und Zehn-Jahres-KGVs. „Damit ist Tech inzwischen teils günstiger bewertet als klassische Defensivsektoren“, schreibt Bowman. Selbst eine Nvidia-Aktie kommt aktuell auf ein Forward-KGV von 22, Microsoft kostet mit einem KGV von 21,3 so wenig wie seit zehn Jahren nicht mehr.
All das wirke wie auf ihn wie eine Fehlbepreisung – da er nicht an eine dauerhaft niedrigere Bewertung von Tech glaube, so Bowman.
Sobald die Risikobereitschaft unter den Investoren wieder zunehme, werden zuerst die Segmente mit dem größten Gewinnhebel und den stärksten Narrativen profitieren, glaubt der Börsenexperte – und das sei – historisch gesehen – meist der Tech-Sektor gewesen.
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Häufige Fragen zum Thema
Wann sind Zertifikate oder ETFs besser als eine Einzelaktie?
Wenn Sie auf einen Branchentrend setzen wollen, aber noch nicht klar ist, welche Unternehmen davon endgültig profitieren werden, sollten Sie auf einen Korb von Aktien setzen. Für Kleinanleger bieten sich dann entweder Index-Zertfikate wie der Tech-Giganten-Index von BÖRSE ONLINE an oder ETFs wie in diesem Fall ein ETF auf den MSCI World Technology Index.
Welche Aktien sind häufig nicht in einem Technologie-ETF enthalten?
Unternehmen wie Alphabet (Google), Meta oder Netflix zählen zum Sektor Telecommunication oder auch Media und sind deshalb häufig nicht in Technologie-Indizes enthalten.
Warum nicht einfach alles auf Nvidia setzen?
Nvidia profitiert derzeit vom Megatrend Künstliche Intelligenz. Dieser wird voraussichtlich noch länger anhalten. Dennoch kann es sein, dass andere Sektoren im Technolgie-Umfeld früher von einer Erholung profitieren. Darum sollten Sie Ihre Investments stets breiter streuen.