Dieser Flugzeughersteller ist auf Jahre hinaus ausgelastet. Und die Gewinne werden mit steigenden Stückzahlen noch steigen.
Wer bei Airbus ein Flugzeug bestellt, muss Geduld mitbringen: Der DAX-Konzern mit operativem Hauptsitz im französischen Toulouse kann nicht sehr schnell liefern. Bestellungen für 8.754 Maschinen standen zum Jahreswechsel in den Büchern. Rund 5.500 wird Airbus nach Schätzung von Analysten in den kommenden fünf Jahren ausliefern. Gleichzeitig kommen weiter neue Aufträge herein, allein 1.000 im vergangenen Jahr. Vor allem die Modelle der auf Kurz- und Mittelstrecken spezialisierten A320-Familie sind begehrt. Fluggesellschaften wollen neue Maschinen, weil diese weniger Sprit verbrauchen und damit die Betriebskosten erheblich senken, weniger Lärm produzieren und auch die Umwelt nicht so stark belasten.
In anderen Branchen würden Kunden bei hartnäckigen Lieferengpässen genervt zur Konkurrenz abwandern. Bei Flugzeugen ist das schwierig. Der einzige ernsthafte Rivale ist Boeing, und der hat eigene Probleme. Ein Wechsel wäre zudem mit hohen Kosten verbunden, weil Piloten umgeschult und die Infrastruktur angepasst werden müsste.
Airbus verdient schon jetzt viel Geld. Die Ergebnisse für das vergangene Jahr will der Konzern am 19. Februar veröffentlichen. Das Management hatte einen bereinigten operativen Gewinn von sieben Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Für den Nettogewinn erwartet der Analystenkonsens knapp 4,9 Milliarden Euro. Bis 2029 dürfte diese Zahl eine Flughöhe von neun Milliarden Euro erreichen.
Wo es knirscht
Das größte Problem sind derzeit die Zulieferer, die wichtige Komponenten, vor allem Triebwerke, nicht in der gewünschten Stückzahl liefern können. Deshalb verfehlte Airbus im vergangenen Jahr das angestrebte Lieferziel. Statt 820 wurden nur 793 neue Maschinen abgefertigt. In den kommenden Jahren soll die Zahl sukzessive anwachsen, sodass mehr Geld in die Kasse kommt. Ein anderer Belastungsfaktor sind Währungen. Airbus ist ein europäisches Unternehmen, in der Branche aber wird in Dollar gerechnet. Absicherungen verzögern zumindest den Effekt der schwächelnden US-Währung.
Zivile Flugzeuge sind mit einem Umsatzanteil von mehr als 70 Prozent das Kerngeschäft des Konzerns. Der Rest verteilt sich auf die beiden Bereiche Verteidigungs- und Weltraumtechnik sowie das Geschäft mit Helikoptern. Damit profitiert Airbus von steigenden Rüstungsausgaben der europäischen NATO-Staaten. Der Konzern ist an der Produktion des „Eurofighter Typhoon“-Kampfjets oder auch des Kampfhubschraubers Tiger beteiligt und produziert militärische Drohnen.
Dank des hohen Auftragsbestands bewegt sich die Gewinnprognose für Airbus auf einem soliden Fundament. Überraschungspotenzial dürfte vor allem das Rüstungsgeschäft bieten.
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