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Pharma: Diabetes - wie Anleger von neuen Medikamenten profitieren

Pharma: Diabetes - wie Anleger von neuen Medikamenten profitieren
19.12.2017 03:30:00

Die wachsende Zahl an Diabeteserkrankungen wird zum globalen Gesundheitsproblem. Neue Messgeräte und Medikamente bringen Patienten und Investoren jede Menge Wert. Von Stefan Riedel



Das Gerät ist in etwa halb so groß wie ein Smartphone und in den USA seit Juni auf dem Markt. Personen mit Typ-1-Diabetes, die älter sind als 14 Jahre und an der erblichen Autoimmunerkrankung leiden, können damit ständig den Blutzucker überwachen. Der vom Medtechkonzern Medtronic entwickelte MiniMed 670G ist das erste System, das den Blutzuckerspiegel über die Abgabe von Basalinsulin automatisch reguliert.



Möglich macht dies das Zusammenspiel aus zwei Sensoren im Unterhautfettgewebe, einer Insulinpumpe und einem Messgerät. Dieses kommuniziert per Funk mit der Pumpe. Weicht der Messwert vom Referenzwert ab, müssen die Anwender eine Kalibrierung durchführen. Die Insulindosis wird in fünfminütigen Intervallen einem Zielwert angepasst. Folge: stabile Blutzuckerwerte - und damit ein vermindertes Risiko von gefährlicher Über- oder Unterzuckerung.


Die Krankheit wird kontrollierbar



In Deutschland könnte der MiniMed 670G im kommenden Jahr zugelassen werden. Das Gerät ist ein Beispiel für neue Diabetestherapien. Während nur fünf Prozent aller Patienten von Typ-1-Diabetes betroffen sind, sind die globalen sozioökonomischen Auswirkungen bei Diabetes 2 weitaus gravierender (siehe Infografiken Seite 22). So sollen laut International Diabetes Federation die globalen Krankheitsfälle bei diesem Diabetestyp in den Jahren 2015 bis 2035 von 387 auf 592 Millionen Patienten steigen.

"Die Medizintechnik spielt eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, Insulin mit der richtigen Dosis zum richtigen Zeitpunkt abzugeben", ist Portfoliomanager Marcel Fritsch von der Schweizer Bellevue Asset Management überzeugt. "In der Diabetes geht es vor allem darum, die langfristigen Folgeerkrankungen zu vermeiden, weil diese sehr teuer sind. Die Krankenkassen werden deshalb für neue Messgeräte und andere Anwendungen zahlen, wenn sich damit die gesamten Kosten für die Behandlung nachweislich reduzieren lassen." Bis zur vollautomatischen Messung und Steuerung von Blutzucker und Insulin, so Fritsch weiter, sei es allerdings noch ein Stück Wegs: "Die künstliche Bauchspeicheldrüse wird frühestens in etwa fünf Jahren kommen."

Die neuesten Entwicklungen gehen in Richtung kontinuierliche Messung des Blutzuckers. Der US-Konzern Abbott Labs hat 2016 die Zulassung für FreeStyle Libre erhalten, das erste entsprechende Messgerät, das ohne Kalibrierung der Daten auskommt. Einziger Wermutstropfen ist, dass man das Resultat noch von Hand einscannen muss. Eine wirklich kontinuierliche Blutzuckermessung bietet bereits heute Dexcom an, doch das Gerät des kalifornischen Konzerns hat von der US-Behörde FDA nicht den Stempel erhalten, dass es ohne Kalibrierung auskommt. Folglich muss es häufig eingestellt werden. Abbott wie auch Dexcom erwarten aber Fortschritte im nächsten Jahr.

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Bildquelle: Sanofi, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE

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