Damit übertraf Airbus die Erwartungen der Analysten. Grund dafür sei der Produktions-Hochlauf der A320-Familie von Kurz- und Mittelstrecken-Flugzeugen mit neuen und effizienteren Triebwerken, die Airbus lange Zeit Kopfzerbrechen bereitet hatten. Zudem habe der größere A350 beste Chancen, in diesem Jahr die Gewinnschwelle zu erreichen. Der neue Vorstandschef Guillaume Faury bekräftigte das Ziel, das bereinigte Ebit um rund 15 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro zu steigern.

Leise Zweifel äußerte Faury aber an dem Plan, in diesem Jahr 880 bis 890 zivile Verkehrsflugzeuge auszuliefern. Was dieses Ziel betreffe, sei das zweite Halbjahr eine "Herausforderung". Ein Engpass ist das erweiterte Hamburger Werk, das Probleme mit den verbesserten Kabinen für den gefragten A321neo hat. Nachdem sich eine neue A321-Version für längere Strecken (XLR) zuletzt gut verkaufte, prüfe Airbus Möglichkeiten, mehr A321 zu Lasten des A320 zu produzieren, hieß es in der Mitteilung.

Schafft Airbus sein Ziel, würde der Konzern aus Toulouse in diesem Jahr voraussichtlich Boeing als größten Flugzeugbauer ablösen. Die Amerikaner kämpfen mit der vorübergehenden Stillegung der Boeing 737 MAX nach zwei Abstürzen mit hunderten Todesopfern. In den ersten sechs Monaten lieferte Airbus 389 Maschinen aus, 86 mehr als vor einem Jahr. Die Neubestellungen laufen aber in der ganzen Branche schleppend. Aufgrund zahlreicher Stornierungen wuchs der Auftragsbestand von Airbus im ersten Halbjahr nur um 88 (2018: 206) Flugzeuge. Der Nettogewinn verdoppelte sich von Januar bis Juni ebenfalls, auf 1,2 (0,5) Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 24 Prozent auf 30,9 Milliarden Euro.

Empfindlich stören könnte Airbus aber der Handelsstreit: Wenn die USA wie angedroht Zölle auf Flugzeuge und Hubschrauber aus der EU erhöben, könnte dies den Export in die USA behindern "und die Finanz- und Ertragslage von Airbus negativ beeinflussen", warnte der Konzern. "Airbus unterstützt weiterhin ein durch Verhandlungen erzieltes Ergebnis."

rtr