Analysten stufen zahlreiche Aktien von Immobilienunternehmen herauf
· Börse Online Redaktion
Nach oben ging es ebenfalls mit Remkes Schätzung für Deutsche Wohnen. Der MDax.Konzern hatte die erwartet guten Halbjahreszahlen geliefert und dabei die Netto-Mieteinnahmen deutlich verbessert. Für die FFO genannte Kennzahl erhöhte der Konzern daher seine eigene Erwartung und lag damit über den Annahmen des Analysten. Weil Deutsche Wohnen gleichzeitig in den vielversprechenden Markt für Pflegeheim vorstößt, sieht Remke die Wachstumsstory weiter gestützt. Das Kursziel wurde von 36 auf 38 Euro erhöht und die Aktie wird weiterhin zum Kauf empfohlen. Noch mehr Potential traut die UBS dem Wert zu. Die Schweizer haben ihr Kursziel nach den Halbjahreszahlen von 32 Euro auf 40 Euro angehoben. Dabei lässt sich die Bank auch von der jüngsten Kursrally nicht schrecken. Nach Einschätzung der Experten bleibt der Sektor ein Favorit der Investoren. Grund: die gute Profitabilität sowie die soliden Aussichten bei den Mieteinnahmen. Die Aussage zeigt, dass in Zeiten der Nullzinsen vergleichsweise sichere Anlagen an der Börse unverändert gefragt sind. Weil Deutsche Wohnen sich auch auf den boomenden Immobilienmarkt in Berlin konzentriert, erzielt der Konzern zudem eine der höchsten Eigenkapitalrenditen der Branche, so die UBS.
Neuzugang in der Liste der kaufenswerten Immobilienaktien der Baader Bank ist conwert. Die Anlageempfehlung für die Aktien der Österreicher wurde von "Hold" auf "Buy" angehoben. Das Kursziel wurde ebenfalls von 14,00 Euro auf 18,00 Euro erhöht. Das Immobilienunternehmen verbesserte seine Portfolioqualität durch Veräußerungen im Nicht-Kern-Geschäft, schreibt Analyst Jan-Hauke Jendrny in seiner jüngsten Studie. Im ersten Halbjahr wies der Konzern einen starken Zuwachs im Bewertungsergebnis auf. Die Analysten rechnen mit einer Fortsetzung des Trends. Vor allem Berlin, Wien, Dresden und Leipzig gelten als Treiber, hieß es weiter. Diese Einschätzung teilt auch Kepler Cheuvreux und hebt hervor, dass conwert wegen der verkauften Immobilien zwar weniger Mieten einnehmen, diese aber durch niedrigere Kosten und Kreditzinsen ausgleichen kann. Dadurch fielen die Halbjahreszahlen besser aus als erwartet, weshalb die Aktie kaufenswert sei.
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