Der französische Autobauer verhandele mit der Opel-Mutter General Motors (GM) darüber, bestätigte ein Peugeot-Sprecher einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Insidern zufolge ist eine Einigung binnen Tagen möglich. Peugeot-Aktien stiegen daraufhin um bis zu 6,9 Prozent auf ein Eineinhalb-Jahres-Hoch von 19,17 Euro. GM legten im vorbörslichen US-Geschäft um rund vier Prozent zu.

Analysten beurteilten einen Zusammenschluss allerdings skeptisch. "Von Seiten GM wäre der Verkauf ein Bruch mit der Tradition", sagte NordLB-Analyst Frank Schwope. "Die Amerikaner haben in den vergangenen 90 Jahren viel Schweiß und Herzblut in die Sanierung von Opel gesteckt. Peugeot hat dann drei Marken unter einem Dach, die sich gegenseitig das Wasser abgraben." Der französische Konzern verkauft bislang Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroen.

Die Aussicht auf einen Opel-Deal schürte Fusionsfantasien in der Branche. Renault, Volkswagen und Fiat Chrysler stiegen um bis zu 3,9 Prozent. Letztere notierten mit 10,78 Euro so hoch wie zuletzt vor knapp 19 Jahren. Der europäische Autoindex gewann 0,8 Prozent. An der Wall Street legte der GM-Rivale Ford vorbörslich ebenfalls 0,8 Prozent zu.

MÄRZ ODER JUNI?



Bei Yellens Auftritt vor dem US-Parlament interessierten Investoren drei Dinge, schrieb Kathleen Brooks, leitende Analystin des Brokerhauses City Index. "Denkt die Fed immer noch an drei Zinserhöhungen in diesem Jahr?" Sei irgendetwas passiert, was sie davon abbringen könnte? Werde sich Yellen skeptisch zum geplanten Konjunkturprogramm des US-Präsidenten Donald Trump äußern?

Darüber hinaus erhofften sich Investoren Hinweise auf die nächste US-Zinserhöhung, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Heute wird sich zeigen, ob der März für die Fed eine ernsthafte Option ist." Bislang taxieren Investoren die Wahrscheinlichkeit hierfür auf 13 Prozent. In Erwartung der Yellen-Anhörung stoppte der Euro seine Talfahrt vorerst und verteuerte sich um etwa einen Viertel US-Cent auf 1,0619 Dollar.

FUSIONSFANTASIE UM FRANZÖSISCHE TELEKOM-WERTE



Neben den Autobauern trieben wieder aufgeflammte Fusionsfantasien auch die Kurse der französischen Telekom-Anbieter. Bouygues, Iliad, Orange und SFR stiegen um bis zu 3,4 Prozent. Medienberichten zufolge soll die Telekom-Sparte von Bouygues unter den drei anderen Firmen aufteilt werden. Der französische Mischkonzern dementierte allerdings derartige Gespräche. Iliad, Orange und SFR waren vor einen Kommentar zunächst nicht erreichbar.

In London brachen Rolls-Royce wegen eines Rekordverlustes um bis zu 6,3 Prozent ein. "Es ist aber nicht so schlimm, wie es aussieht", betonte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital. Rechne man die Belastung durch den Kursverfall des Pfund Sterling und den umgerechnet 790 Millionen Euro schweren Vergleich in einem Schmiergeld-Verfahren heraus, falle der Gewinnrückgang geringer aus als befürchtet.

rtr