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Apple-Aktie, Allianz und Co.: Diese Gewinn-Giganten gehören ins Depot

Apple-Aktie, Allianz und Co.: Diese Gewinn-Giganten gehören ins Depot

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21.05.2019 - 19:54
28.02.2019 05:00:00

Konzerne verdienen so viel Geld wie noch nie. Das Umfeld für gute Geschäfte wird zwar zunehmend schwieriger, doch es gibt Unternehmen, die ihre Gewinne trotzdem weiter steigern. Die Favoriten. Von Klaus Schachinger und Sven Parplies, Euro am Sonntag



Für Börsianer ist es eine aufregende Zeit: Rund um die Welt präsentieren Unternehmen ihre Jahresergebnisse. Investoren reagieren blitzschnell: Wer enttäuscht, wird abgestraft. Positive Überraschungen werden mit Kursgewinnen belohnt. Der Börsenwert der Kosmetikfirma Coty schoss etwa nach unerwartet guten Ergebnissen sogar um mehr als 30 Prozent nach oben.



Schon jetzt ist klar: 2018 war für die meisten Unternehmen außergewöhnlich erfolgreich. Das gilt vor allem für die Amerikaner. Die in den USA stark laufende Konjunktur und massive Steuersenkungen haben die Gewinne besonders deutlich nach oben getrieben.


Die Mitglieder des amerikanischen Aktienindex S & P 500 haben so viel Geld verdient wie noch nie: Der Gewinn je Aktie - das ist die an der Wall Street gängige Kennziffer - stieg nach Berechnung des Datendienstes Refinitiv um fast ein Viertel. In Zahlen bedeutet das einen Gesamtnettogewinn von 1353 Milliarden Dollar. Mit dieser Summe könnte man rund drei Jahre lang den deutschen Bundeshaushalt finanzieren.

Ganz oben auf der Gewinnerliste steht erneut Apple. Trotz eines enttäuschenden Weihnachtsquartals hat der iPhone-Hersteller einen Nettogewinn von 59,5 Milliarden Dollar erzielt, umgerechnet knapp 51 Milliarden Euro. Damit haben die Kalifornier ihre Stellung als der globale Profit-Gigant verteidigt. Auf dem zweiten Platz liegt ein in der westlichen Welt eher unbekanntes Unternehmen: die Industrial & Commercial Bank of China. Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung folgt auf den dritten Rang.

Auch in Europa, dem von der Finanzkrise besonders hart getroffenen Kontinent, zeigt der Trend mittlerweile nach oben. Der operative Gewinn der Mitglieder des breiten Aktienindex Stoxx Europe 600 dürfte laut Statistik des Finanzdienstes Bloomberg im vergangenen Jahr auf den höchsten Stand seit 2007 geklettert sein. Die Spitzenposition in der Alten Welt verteidigt hat der Energiekonzern Royal Dutch Shell, der fast 20 Milliarden Euro eingesackt hat. Mit deutlichem Abstand dahinter liegen die britische Bank HSBC und der deutsche Autokonzern Volkswagen.

Das DAX-Dilemma

Das Gesamtbild in Deutschland hat Licht und Schatten. Die Mehrheit der DAX-Konzerne hat den Gewinn im vergangenen Jahr voraussichtlich gesteigert. Ausgerechnet einige Schwergewichte im Index aber sind unter Druck. Bei Daimler ist das Konzernergebnis um fast 30 Prozent und damit mehr als drei Milliarden Euro gesunken. Auch BMW und Bayer dürften deutlich weniger verdient haben als im Jahr davor. Bei Volkswagen erwarten Analysten einen Nettogewinn von knapp zwölf Milliarden Euro. Das wäre immerhin eine leichte Verbesserung zum Vorjahr, kann aber nicht die Rückgänge anderer DAX-Größen ausgleichen.

Für Aktienmarktstrategen geht es um mehr als spontane Kursausschläge - sie suchen im Zahlenwust nach den großen Trends, welche die Märkte auf längere Sicht bestimmen werden. Viele Indikatoren sprechen dafür, dass das Umfeld für die Unternehmen und Investoren schwieriger wird: Der aktuelle Wirtschaftsaufschwung läuft bereits ungewöhnlich lang. Die Notenbanken auf beiden Seiten des Atlantik fahren ihre Stützungsprogramme zurück. Der Handelsstreit zwischen den USA und China sorgt zusätzlich für Verunsicherung.

Das alles heißt nicht, dass die Welt in eine Rezession schlittert, die Dynamik aber dürfte sich abschwächen. Der Internationale Währungsfonds reduzierte seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft bereits von 3,7 Prozent auf 3,5 Prozent.

Analysten haben ebenfalls reagiert. Die Gewinnschätzungen wurden deutlich gekürzt. In den USA sind zudem die Vergleichswerte durch den Steuereffekt des Vorjahres hoch. Den amerikanischen Unternehmen trauen die Profis 2019 darum nur noch ein Gewinnwachstum von etwas mehr als vier Prozent zu. €uro am Sonntag hat sich vor diesem Hintergrund die Profit-Giganten näher angeschaut. Aus den europäischen und globalen Top 25 hat die Redaktion Unternehmen herausgefiltert, bei denen die Gewinne weiter steigen und die sich auch im Fall größerer Konjunkturturbulenzen gut halten sollten.

Zehn Titel aus verschiedenen Branchen haben es auf die finale Liste geschafft, darunter auch ein Wert aus Deutschland. Insgesamt dürften diese Unternehmen ihren Nettogewinn im neuen Jahr von rund 143 Milliarden auf 160 Milliarden Euro steigern. Nicht dabei ist übrigens Apple. Der iPhone-Hersteller ist nach Ansicht der Redaktion auf lange Sicht weiterhin ein gutes Investment, steckt aber in einer Übergangsphase, in welcher der Gewinn des Konzerns sogar leicht sinken könnte.

Berkshire Hathaway

Warren Buffett ist eine Legende. Die Strategie seiner Beteiligungsgesellschaft, die der heute 88-Jährige mit seinem sechs Jahre älteren Kompagnon Charlie Munger in der Provinzstadt Omaha im US-Bundesstaat Nebraska formte, gilt vielen Anlegern als Vorbild und wird deshalb weltweit genau beobachtet. Vor gut einem Jahr beriefen die rüstigen Senioren mit Greg Abel und Ajit Jain zwei neue Vizechefs in den Verwaltungsrat und leiteten damit ihre Nachfolge ein. Abel war zuvor bei Berkshire für Investments in Energiefirmen zuständig, Jain für Rückversicherungen. Ihn lobte Buffett zuletzt besonders: Jain habe Berkshire mehr Geld gebracht als Buffett selbst. Das Signal für Kontinuität kam auch bei Investoren gut an.

Berkshire Hathaway zählt mit geschätzten 31 Milliarden Euro Gewinn für 2018 zu den fünf größten Gewinn-Giganten der Welt. Die meisten der rund 90 kleinen und größeren Firmen in dem auf über 220 Milliarden Dollar taxierten Portfolio werden von Amerikas Konjunktur angeschoben - so wie der Autoversicherer Geico oder der Frachteisenbahnbetreiber Burlington Northern Railway (BNSF). Züge und Versicherer liefern die Hälfte des Gewinns. Weltweit im Spiel ist Buffett mit Beteiligungen an Konzernen wie Apple, Coca-Cola oder American Express.

Fazit: Eine lohnende Beteiligung an robusten Firmen und an der Strategie von Ausnahme-Investoren.

Alphabet

Weltweit bekannt in der Technologieholding ist vor allem die Tochter Google. Die erfolgreichste Suchmaschine im Web dominiert im globalen Markt für Internetwerbung. Alphabets Nettogewinn von rund 26 Milliarden Dollar für 2018 lieferte Google im Alleingang. Was einige Anleger dennoch nervös macht, sind Alphabets hohe Investitionen in die anderen Töchter, die beständig rote Zahlen liefern. Es spricht jedoch einiges dafür, dass sich diese Strategie langfristig lohnt. Google dürfte auf absehbare Zeit zuverlässige hohe Gewinne liefern. Die Tochter verfügt mit Android als einzige außer Apple über ein weltweit stark verbreitetes Betriebssystem für mobile Geräte. Das verschafft Google einen besseren Datenzugriff - ein wichtiger Vorteil in der Onlinewerbung.

Alphabet hat 105 Milliarden Dollar Cash auf der hohen Kante, pro Aktie 150 Dollar. Tendenz steigend. Die Verluste der Töchter für 2018 von rund 3,4 Milliarden Dollar summieren sich auf vier Dollar pro Aktie. Es ist also Kapital vorhanden, um vielversprechende Alphabet-Technologien wie die autonom fahrenden Waymo-Autos zu finanzieren.

Fazit: Günstig bewertete Technologieholding, deren Perspektiven weiterhin unterschätzt werden.

Auf Seite 2: Royal Dutch Shell



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Bildquelle: Mike Segar / Reuters, BÖRSE ONLINE

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