Für das laufende Vierteljahr stellte Apple erneut zweistelliges Wachstum in Aussicht - warnte aber zugleich, dass auch das iPhone von den aktuellen Engpässen in den Tech-Lieferketten betroffen sein werde.

Im vergangenen Quartal war es abermals das iPhone, das für den Großteil der Zuwächse sorgte. Der Umsatz im iPhone-Geschäft stieg um fast die Hälfte auf rund 39,6 Milliarden Dollar, wie Apple nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte. Aber auch bei Mac-Computern, iPad-Tablets und anderen Geräten gab es deutliches Wachstum.

Apples drittes Geschäftsquartal, das bis Ende Juni läuft, ist traditionell eher unaufregend, unter anderem weil viele potenzielle iPhone-Käufer ihre Blicke bereits Richtung Herbst in Erwartung neuer Modelle richten. Doch diesmal gab es außergewöhnliche drei Monate. Der Umsatz ist vergleichbar mit den Erlösen von 84 Milliarden Dollar im Weihnachtsquartal 2018 und der Gewinn mit den 22,2 Milliarden Dollar Überschuss ein Jahr später.

Die Quartalszahlen fielen deutlich besser aus als von Analysten erwartet. Die Aktie gab im nachbörslichen Handel jedoch um rund zwei Prozent nach. Der Aktienmarkt blickt allerdings nach vorn und auch nach den Zahlen hing die Frage im Raum, wie gut sich Apple gegen die globalen Lieferengpässe unter anderem bei Halbleitern stemmen kann.

Für das vergangene Quartal hatte Apple bereits um drei bis vier Milliarden Dollar niedrigere Erlöse durch knappe Bauteile für iPads und Macs vorhergesagt. Bei einem Teil der Probleme habe Apple gegensteuern können, so dass die Belastung am Ende geringer ausgefallen sei, sagte Finanzchef Luca Maestri. Im laufenden Vierteljahr aber werde es iPhone und iPad treffen - und der Negativeffekt werde höher sein, warnte er. Eine Zahl nannte Maestri diesmal nicht. Auch dazu, ob die Engpässe auch das Weihnachtsgeschäft belasten könnten, äußerte sich Apple-Chef Tim Cook nicht.

Zugleich schränkte er aber ein, dass es Probleme eher bei Chips mit älteren Technologien gebe und die Bauteile-Ausgaben für Apple im Schnitt zurückgingen, auch wenn es einige Ausschläge gebe. Die Kosten stiegen eher an einer anderen Stelle: "Wir zahlen für Transporte mehr als mir lieb wäre."

Über das finanzielle Polster dafür braucht sich Apple keine Sorgen machen. Der Konzern sitzt auf Reserven von 194 Milliarden Dollar - auch wenn ihnen Schulden von 122 Milliarden Dollar gegenüberstehen. Apple hatte vor der US-Steuerreform Auslandsgewinne unter anderem in Irland gehalten. Angesichts der damals höheren Steuersätze war es günstiger, für Ausschüttungen an Aktionäre Kredite aufzunehmen, statt das Geld dafür in die USA zurückzuholen. Inzwischen versteuert Apple die Auslandserträge in den USA.

Das lukrative Dienste-Geschäft, in dem etwa Erlöse aus Abo-Angeboten wie Apple Music oder iCloud-Speicher zusammenfließen, wuchs in dem Ende Juni abgeschlossenen Geschäftsquartal um fast ein Drittel auf knapp 17,5 Milliarden Dollar. Apple hat mehr als 700 Millionen Abo-Kunden - binnen eines Jahres kamen rund 150 Millionen hinzu.

Schon seit Beginn der Corona-Pandemie hatte das Arbeiten und Lernen von Zuhause unter anderem die Verkäufe von Macs und iPads stark steigen lassen. Dieser Trend ging jetzt weiter. Der Mac-Umsatz wuchs um 16 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar, das iPad-Geschäft legte um 12 Prozent auf fast 7,4 Milliarden Dollar zu. In der Sparte mit den AirPods-Ohrhörern, der Computer-Uhr Apple Watch und Zubehör stiegen die Erlöse um 36 Prozent.

Und Apple betont, dass die Geräte des Konzerns neue Kunden anlocken können. So hätten drei Viertel der Watch-Käufer ihre erste Apple-Uhr erworben. Ein Mac und iPad habe rund jeder zweite Käufer zum ersten Mal angeschafft.

dpa-AFX