Hohe Ausschüttungen an Aktionäre gefallen Anleiheinvestoren in der Regel nicht. Schon gar nicht, wenn sich das Unternehmen, dem sie Geld geliehen haben, in einer schwierigen Übergangsphase befindet. Der Kurs des bis November 2025 laufenden Bonds von AstraZeneca notiert daher seit geraumer Zeit unter Nennwert. Das britisch-schwedische Pharmaunternehmen hat alle Patentrechte auf seine bisherigen Hauptumsatzträger wie etwa den Cholesterinsenker Crestor verloren. Im zweiten Quartal ging der operative Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent zurück. In den vergangenen zwölf Monaten stiegen zudem die Verbindlichkeiten von 13 auf 15 Milliarden Dollar. Diesen steht ein freier Cashflow von gerade mal drei Milliarden Dollar gegenüber.
Keine Preiserhöhungen in den USA
Eine Ratingverschlechterung ist nicht auszuschließen. Moody’s stuft die Bonität mit A3 ein. Der Ausblick ist negativ. Nun aber gibt es gute Nachrichten, die Talsohle scheint überschritten zu sein. Die Nachfrage nach neuen Medikamenten steigt jedenfalls deutlich. Insbesondere das zur Bekämpfung von Blasenkrebs verwendete Imfinzi kommt bei Patienten gut an. Die Deutsche Bank rechnet mit Umsätzen im laufenden Jahr von 550 Millionen Dollar. Auch das Lungenkrebsmittel Tagrisso übertrifft die erwarteten Verkaufszahlen. Ebenso stärker als zunächst prognostiziert fallen die Umsätze des neuen Asthmamittels Fasenra aus.
Chinesische Premiere
Laut Unternehmenschef Pascal Soriot ist AstraZeneca in den USA mittlerweile führend bei der Zulassung neuer Medikamente. Nach heftiger Kritik von US-Politikern will AstraZeneca wie zuvor schon Merck & Co., Novartis, Roche und Pfizer jedoch auf Preiserhöhungen zunächst verzichten. In China stehen die Chancen auf wachsende Einnahmen dagegen gut. Die Gesundheitsbehörde im Reich der Mitte prüft derzeit die Zulassung des gegen Anämie eingesetzten Mittels Roxadustat. Die Blutkrankheit ist in China weitverbreitet. Wenn die Behörde grünes Licht gibt, wäre das eine Premiere. Erstmals würde in China ein Medikament auf den Markt kommen, das nicht zuvor in den USA seine Verkaufsgenehmigung erhalten hat.
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