ANALYSE INSIDERDEALS

Auffällige Insidertransaktionen bei SAP, Continental und Zalando

Auffällige Insidertransaktionen bei SAP, Continental und Zalando
11.06.2021 06:59:00

In den Chefetagen deutscher Aktienunternehmen sind zahlreiche Manager durch Insidertransaktionen in Erscheinung getreten. Signifikante Käufe gab es bei SAP und Continental zu vermelden, während bei Zalando massiv verkauft wurde. Von Jörg Bernhard

Einen relativ starken Vertrauensbeweis lieferte Anfang Juni der SAP-Finanzchef Luka Mucic. Er kaufte nämlich insgesamt 3.360 SAP-Aktien und bezahlte hierfür rund 385.000 Euro. Ende Oktober war er letztmals als Käufer in Erscheinung getreten. Mit 720 Anteilsscheinen fiel das damalige Transaktionsvolumen allerdings deutlich geringer aus. Besonders interessant: Seit Ende Oktober gab es unter Führungskräften ausschließlich Käufe zu vermelden. Weil Unternehmensgründer Hasso Plattner während dieses Zeitraums besonders kräftig investiert hat, beliefen sich die kumulierten Aktienkäufe von insgesamt acht Personen auf über 299 Millionen Euro - ein ausgesprochen starker und sicherlich nicht alltäglicher Vertrauensbeweis.

Charttechnik SAP


Unter charttechnischen Aspekten stimmt vor allem das Überwinden der 200-Tage-Linie optimistisch. Leider weist diese Durchschnittslinie eine fallende Tendenz auf, wodurch das Kaufsignal an Bedeutung verliert. Sollte sie in den kommenden Wochen aber nach oben drehen, wäre dies in der Chartlehre als Trendwechselsignal anzusehen. Bei langfristiger Betrachtung fällt bei dem DAX-Wert auf, dass der langfristige Aufwärtstrend zwar seit zehn Jahren intakt ist, die technische Korrekturen in den vergangenen Jahren allerdings immer heftiger ausgefallen sind. So schwankte der Softwaretitel zum Beispiel allein im vergangenen Jahr in einer Bandbreite zwischen 87 und 142 Euro. Vom im September 2020 markierten Rekordhoch von 142,56 Euro ist die SAP-Aktie aktuell mehr als 23 Prozent entfernt.

Continental: Kollektive Kauflaune


Einen eindrucksvollen Vertrauensbeweis lieferte auch die Führungsriege des Automobilzulieferers Continental. Von den insgesamt acht Unternehmensvorständen haben sieben Manager Anfang des Monats Continental-Aktien erworben. Das stärkste Investment tätigte Vorstandschef Nikolai Setzer, der für 180.000 Euro über 1.450 Papiere erworben hat. Das im Juni zu beobachtende Kaufvolumen sämtlicher Führungskräfte belief sich auf über 546.000 Euro (4.413 Aktien). Ein solch starkes Kaufinteresse hat bei dem MDAX-Wert Seltenheitswert, schließlich gab es im vergangenen Jahr lediglich einen Insiderkauf und in den Jahren 2017 bis 2019 keinen einzigen zu vermelden.

Charttechnik Continental


Das kollektive Kaufinteresse der Conti-Führungskräfte hat dem Aktienkurs des Automobilzulieferers auf den höchsten Stand seit Herbst 2019 getrieben. Aktuell bewegt sich der Titel in dem seit dem Corona-Crash (März 2020) ausgebildeten Aufwärtstrendkanal. Dessen untere Begrenzung verläuft bei 117 Euro und sollte möglichst nicht unterschritten werden. Falls dieser Fall dennoch eintreten sollte, läge der nächste wichtige Kursbereich bei 110 Euro. Hier fand der Titel in den vergangenen Monaten bereits des Öfteren Halt. Grundsätzlich kann man das langfristige Chart-Bild dank der Aufwärtstendenz der langfristigen 200-Tage-Linie als positiv bezeichnen. Sie verläuft derzeit ebenfalls bei 110 Euro. Auf kurze Sicht könnte nach der seit Anfang Mai zu beobachtenden Rally in Richtung 130 Euro die charttechnische Luft jedoch zusehends dünner werden. Im Jahr 2019 scheiterte die Aktie nämlich mehrfach an dieser Marke.

Zalando: Rally trotz Insiderverkauf


Bei dem Internet-Modeunternehmen Zalando gab es Anfang Juni einen markanten Insiderkauf zu vermelden. Vorstandsmitglied David Schröder, der für das Finanzressort verantwortlich ist, trennte sich von 80.000 Aktien im Gegenwert von über 7,3 Millionen Euro. Wichtig zu wissen: Der Aktie hat diese Transaktion keineswegs geschadet. Sie notiert mit aktuell 98,22 Euro auf dem höchsten Niveau seit fast drei Monaten. Wenn der Finanzchef eines Unternehmens millionenschwere Aktienverkäufe sollten Privatanleger dennoch hellhörig bzw. vorsichtig werden.

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