. "Trump klagt seit langem über das Ungleichgewicht im Handel mit Europa, und er könnte diese Karte während des Präsidentschaftswahlkampfes in diesem Jahr ausspielen", sagte Michele Pedroni, Fondsmanager bei Decalia.
Gleich eine ganze Reihe von Themen könnten Trump Anlass geben, Europas Autobranche mit Zöllen zu belegen. Dazu gehören Pläne der Europäer für eine Digitalsteuer, die Firmen wie Amazon, die Google-Mutter Alphabet oder Facebook treffen könnten, der Streit über Subventionen für den europäischen Boeing-Rivalen Airbus, Aufträge für den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei beim Aufbau der schnellen 5G-Mobilfunknetze bis hin zu einem unterschiedlichen Vorgehen im Umgang mit dem iranischen Atomprogramm.
Dazu kommen nun auch noch die Pläne der USA, ein Handelsabkommen mit den Europäern noch in diesem Jahr abzuschließen. Erst am Mittwoch drohte Trump mit Strafzöllen auf Autos, sollte die Europäische Union sich einem Abkommen verschließen. Dem Sender CNBC sagte er, die EU werde einem Abkommen zustimmen: "Sie haben keine Wahl."
"WIR REDEN MIT UNSEREN INVESTOREN ÜBER DAS THEMA"
Entwickelte sich der Auto-Branchenindex jahrelang besser als der Dax, so hat sich das Verhältnis inzwischen umgekehrt, und der Autoindex liegt relativ zum Dax so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr. [https://tmsnrt.rs/30OYdTi] Zölle würden die Autobranche schwer treffen, die derzeit mit einer rückläufigen Nachfrage etwa auf dem wichtigen Markt China sowie der Umstellung auf Elektromobilität zu kämpfen hat. Die Papiere von BMW und Daimler gehörten am Freitag zu den Verlierern in einem insgesamt deutlich festeren Dax. Gerade für die Premiumhersteller sind die USA ein wichtiger Exportmarkt. "Die Autobranche gehört zu den Branchen, die am stärksten vom Welthandel abhängig sind", sagte Fondsmanager Pedroni. "Nicht alle von Trumps Drohungen waren nur rhetorisch."
Die Experten der Beratungsgesellschaft Evercore ISI haben nachgerechnet: Sollten die USA tatsächlich einen Strafzoll von 25 Prozent auf europäische Autos verhängen, würde das VW 2,5 Milliarden Euro kosten. Für Daimler fällt die Rechnung mit zwei Milliarden Euro etwas niedriger aus, BMW müsste sich auf 1,7 Milliarden Euro einstellen. "Die Investoren müssen aufpassen", sagte Maximilian Kunkel, Chefstratege bei UBS Deutschland. Nach Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat gingen 29 Prozent der aus der EU ausgeführten Autos 2018 in die USA, 17 Prozent wurden nach China geliefert.
"Wir reden mit unseren Investoren über das Thema", sagte auch Roland Kaloyan, Chefstratege für Europa bei der französischen Societe Generale. Allerdings macht er nicht allein den Handelsstreit für das schwache Abschneiden der Autoaktien verantwortlich: Die jüngsten Daimler-Zahlen vom Mittwoch zeigten, wie stark die Belastungen der Branchen seien. Der Gewinn der Stuttgarter brach im abgelaufenen Jahr ein.
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