Die bisher angebotene Hypothekenfinanzierung solle damit um Dienstleistungen wie Bewertung, Bewirtschaftung und Vermittlung von kommerziellen- und Wohnimmobilien erweitert werden. Der Kaufpreis werde keinen bedeutenden Einfluss auf die Kapitalquoten des Unternehmens haben.

Bär sammelte bei seinen vermögenden Kunden von Januar bis Juni zehn Milliarden Franken an neuem Geld ein, doppelt so viel wie vor einem Jahr. Das Neugeld-Wachstum belief sich auf das Jahr hochgerechnet damit auf 4,6 Prozent. Starke Zuflüsse kamen von Kunden in Asien und Westeuropa. Die Neugelder trieben zusammen mit den boomenden Finanzmärkten und einer günstigen Währungsentwicklung die verwalteten Vermögen auf den Rekordstand von 486 Milliarden Franken.

Ein beträchtlicher Teil des Neugeldes sei von bestehenden Kunden gekommen, die Bär einen größeren Teil ihres Vermögens anvertraut hätten, wie Konzernchef Philipp Rickenbacher erklärte. Neue Kunden zu akquirieren sei angesichts der Auswirkungen der Covid-Krise dagegen schwierig gewesen. "Das ist ein ungenutztes Potenzial, das jetzt wieder gehoben werden kann, sobald die Reisebeschränkungen aufgrund der Pandemie nachlassen."

Neben den höheren Volumen trugen auch die anhaltenden Portfolio-Umschichtungen der Kunden und Gebührenerhöhungen zu den steigenden Erträgen bei. Trotz der anziehenden Einnahmen konnte Bär die Kosten praktisch stabil halten, weil das Sparprogramm griff. Der größte Teil des für 2021 geplanten Abbaus von weltweit rund 280 Stellen sei vollzogen, wie Rickenbacher sagte. Zur Jahresmitte beschäftigte Bär 6667 Vollzeitkräfte. Das Verhältnis von Kosten zu Erträgen (Cost-Income-Ratio) lag im Halbjahr wie die übrigen Kennzahlen über den mittelfristigen Zielwerten und erreichte nach Einschätzung von Vontobel-Analyst Andreas Venditti den besten Wert mindestens seit der Finanzkrise. "Insgesamt hat Julius Bär ein überzeugendes Kennzahlenset vorgelegt und insbesondere auf der Kostenseite geliefert", erklärte ZKB-Analyst Michael Kunz. Die Aktien gaben im Zuge von Gewinnmitnahmen dennoch 1,6 Prozent nach.

Dass das Geschäft der Vermögensverwalter im Moment floriert, hatte am Dienstag bereits der Weltmarktführer UBS unter Beweis gestellt. Der Gewinn des Schweizer Bankkonzerns schnellte im Halbjahr trotz Ausfällen in Zusammenhang mit dem Kollaps des Hedgefonds Archegos um über ein Drittel auf 3,8 Milliarden Dollar nach oben.

rtr