Banken und Versorger? Nein danke
· Börse Online Redaktion
Vor allem seien sogenannte Value-Aktien wesentlich besser als Quality-Growth-Titel gelaufen, begründet Zinser. "Aus welchen Gründen auch immer", wie er spöttisch anmerkt. So habe der Fonds etwa darunter gelitten, kaum Bankaktien zu halten. "Bankaktien halten wir aber weiterhin für viel zu gefährlich", betont er, "abgesehen von Ausnahmewerten wie Aareal Bank und Grenke". Auch Titel mit politischer Einflussnahme meidet der Prévoir-Manager. "Das gilt insbesondere für Versorger".
Zinser ist hier konsequent und möchte seinem Anlagestil treu bleiben. "Am Markt werden sich die Unternehmen durchsetzen, deren Gewinne dauerhaft und stark wachsen", sagt er. Im Portfolio des Prévoir Perspectives hält er momentan 87 Einzelwerte. Seine drei größten Titel sind Wirecard (5,0 %), Aurelius (4,8 %) und USU Software (4,2 %). Mit rund 50 Prozent stammen die meisten Titel aus Deutschland. Dann folgen Unternehmen aus Frankreich (13 %), den Niederlanden (9 %), Italien (7 %) und Belgien (7 %). Die Dividendenrendite des Portfolios liegt bei 1,4 %, das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 24,3 und das Kurs-Buchwert-Verhältnis bei 4,0.
In Europa könnten die diesjährigen Wahlen temporär belasten, vermutet Zinser, bei entsprechendem Wahlausgang aber auch blitzschnell ins Gegenteil umschlagen. "Nachdem die Marktteilnehmer überwiegend skeptisch sind, obsiegt bei mir bislang der Optimismus", sagt er.
Armin Zinser ist ein Stockpicker, der nicht an Indizes klebt. Auch wenn nicht jedes Jahr gut läuft - sein Fokus auf Quality-Growth-Titel trug bislang Früchte.
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