Das politisch brisante Milliardengeschäft zwischen BASF und dem russischen Gasriesen Gazprom ist geplatzt. Wegen des schwierigen politischen Umfelds werde der bis zum Jahresende geplante Anteilstausch nicht vollzogen, teilte BASF am Donnerstag überraschend mit. BASF und der russische Staatskonzern hatten bereits 2012 vereinbart, dass die Kasseler Öl- und Gastochter Wintershall das hiesige Gashandels- und Gasspeichergeschäft vollständig an Gazprom abgibt. Dafür sollte BASF im Gegenzug mehr Anteile an großen Erdgasfeldern in Sibirien erhalten. "Wir bedauern, dass der Asset-Swap nicht abgeschlossen wird", erklärte BASF-Chef Kurt Bock. Er hatte sich trotz der anhaltenden Spannungen zwischen dem Westen und Russland wegen der Ukraine-Krise noch Anfang Dezember zuversichtlich gezeigt, den Deal mit Gazprom im laufenden Jahr in trockene Tücher bringen zu können. "Wir werden unsere mehr als 20-jährige Zusammenarbeit mit Gazprom in unseren bestehenden Joint Ventures fortsetzen", ergänzte Bock nun.

Das Platzen des Geschäfts belastet die Ergebnisse von BASF. Für 2013 fallen Aufwendungen von 113 Millionen Euro an, das Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) vor Sondereinflüssen beläuft sich damit auf rund 7,1 Milliarden statt der ursprünglich ausgewiesenen 7,2 Milliarden Euro. Für 2014 erwartet BASF Belastungen von 211 Millionen Euro. "Die für das laufende Jahr abgegebene Prognose, ein Ebit vor Sondereinflüssen leicht über dem Niveau des Jahres 2013 zu erzielen, erscheint auch vor diesem Hintergrund noch erreichbar", betonte BASF-Chef Bock. Unbereinigt werde das Ebit voraussichtlich nur leicht steigen. Bisher hatte BASF einen deutlichen Anstieg des Ebit erwartet, da der Konzern mit einem Sonderertrag wegen der Trennung vom Gashandel- und Gasspeichergeschäft gerechnet hatte.

Das Erdgashandelsgeschäft wird nun weiter als Gemeinschaftsunternehmen zwischen Gazprom und der BASF-Tochter Wintershall fortgeführt. Beide halten daran jeweils die Hälfte. Die in der Erdöl- und Erdgassuche sowie -förderung tätige Wintershall Noordzee gehört auch künftig vollständig zum BASF-Konzern. Eigentlich wollte BASF einen 50-Prozent-Anteil an Gazprom abgeben. Insgesamt trugen die Aktivitäten, die abgegeben werden sollten, 2013 rund zwölf Milliarden Euro zum Umsatz und rund 500 Millionen Euro zum Betriebsergebnis (Ebitda) des BASF-Konzerns bei.

Gazprom war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Reuters