Bayer-Aktie nach den Zahlen: Warum die Rallye noch lange nicht vorüber ist
· Börse Online Redaktion
Insgesamt aber verfehlte der Konzern im vierten Quartal die Erwartung der Analysten leicht. Bayer verweist auf höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb. Gut aufgenommen wurde an der Börse der Ausblick von Konzernchef Marijn Dekkers auf das neue Geschäftsjahr. Der Umsatz soll auf rund 46 Milliarden Euro steigen, das bereinigte Ebitda im "unteren bis mittleren Zehner-Prozentbereich". Man blicke "weiterhin optimistisch in die Zukunft", so Dekkers.
Auf Seite 2: Welche Gründe für die Aktie sprechen
Drei Trends sprechen für eine weiter positive Entwicklung bei Bayer:
1) Die Dynamik der neuen Produkte der Pharmasparte ist ungebrochen. Wichtige Medikamente wie Xarelto haben im vergangenen Jahr mehr Geld gebracht als von Analysten erwartet. Die Pipeline der Pharmasparte für künftige Produkte ist gut gefühlt und zählt den zu attraktivsten der Branche.
2) Da Bayer einen erheblichen Teil seines Umsatzes außerhalb der Eurozone erzielt, haben Währungseffekte einen großen Einfluss auf die Bilanz. Im vergangenen wurde das Ebitda vor Sondereinflüssen durch ungünstige Wechselkurse um vier Prozent belastet. Da der Euro zuletzt stark an Wert verloren hat, dürfte Bayer 2015 von Wechselkursen profitieren. Der Konzern kalkuliert derzeit einen positiven Effekt von zwei Prozent ein. Ein stärkerer Kursrückgang des Euro würde den Hebel verstärken.
3) In der zweiten Jahreshälfte will der Konzern entscheiden, auf welchem Weg die Kunststoffsparte MaterialScience ausgliedert wird - über einen klassischen Börsengang oder eine Abspaltung (Spin-Off). Da MaterialScience weniger rentabel ist als die beiden anderen Konzernbereiche HealthCare und CropSicence, werden sich wichtige Kennziffern der Bayer AG durch die Abspaltung verbessern.
Einschätzung der Redaktion
Die treibenden Trends sind zumindest teilweise bereits im Aktienkurs verarbeitet. Die aktuelle Bewertung der Aktie aber sollte weitere Kursgewinne ermöglichen. Laut Daten der Schweizer Bank UBS ist die Bayer-Aktie auf Basis des um Sondereinflüsse bereinigten Gewinns einer der am niedrigsten bewerteten Titel im Sektor. Laut Datendienst Bloomberg raten 23 von 40 Analysten zum Kauf der Aktien, 12 sagen "Halten, 5 Verkaufen. Die jüngsten Kursziele reichen von 101 bis 145 Euro. Charttechnisch muss die Aktie für ein Kaufsignal zunächst das Februar-Hoch von 131,70 überwinden. Für einen Stopp bieten sich Kurse in der Region von 105 Euro an.
Buchtipp: Winning the Loser's Game
„Winning the Loser's Game“ geht zurück auf einen Zeitschriftenartikel, für den Charles D. Ellis den renommierten Graham & Dodd Award erhielt. Darin plädierte der Autor zukunftsweisend für eine Strategie des diversifizierten, kostengünstigen Investierens in Indexfonds, die er in seinem Buch weiter ausbaute. Inzwischen liegt der Klassiker in der achten, aktualisierten Auflage vor und ist damit auf der Höhe der Zeit angekommen. Neu hinzugekommen sind unter anderem Kapitel darüber, wie Technologie und Big Data traditionelle Anlageentscheidungen infrage stellen und wie das Anlegerverhalten die Renditen beeinflusst. Außerdem werden neue Forschungsergebnisse vorgestellt, die für Ellis’ Ansatz sprechen, und vor der Anlage in Anleihen wird gewarnt. Ein umfassender Leitfaden für langfristige Investitionen, erfolgreich aktualisiert, um den Realitäten der heutigen Märkte gerecht zu werden.
Autoren: Ellis, Charles D.
Seitenanzahl: 336
Erscheinungstermin: 13.02.2025
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-862-6