In weniger als drei Monaten ging es mit der Bayer-Aktie von 26 auf fast 42 Euro steil nach oben. Das sind die Gründe für das starke Comeback und so stufen viele Experten die weiteren Perspektiven des DAX-Werts ein.

Für die jüngste Bayer-Rally war weniger ein einzelner „Gamechanger“ verantwortlich, sondern eine ungewöhnliche Häufung konstruktiver Analystenstimmen, die das Chance-Risiko-Profil neu gewichten. Nach Jahren, in denen Rechtsrisiken und Verschuldung die Wahrnehmung prägten, rücken in den jüngsten Studien zunehmend Katalysatoren für eine Normalisierung in den Vordergrund – und zwar gleich aus mehreren Analysehäusern.

Flut positiver Analystenkommentare

Den deutlichsten Akzent setzte zuletzt MWB Research: Die Analysten stuften Bayer von „Hold“ auf „Buy“ hoch und hoben das Kursziel von 35 auf 54 Euro an. Begründet wird dies mit einem verbesserten mittelfristigen Chance-Risiko-Verhältnis – insbesondere vor dem Hintergrund, dass Bayer laut MWB bei der Bewältigung der anstehenden Pharmapatent-Themen (u. a. rund um Xarelto) mehr Zuversicht ausstrahle und ab 2027 wieder klarere Wachstumsperspektiven in der Pharmasparte gesehen würden.

Ähnlich optimistisch, wenn auch mit etwas anderer Stoßrichtung, argumentiert Barclays. Die britische Investmentbank hob Bayer auf „Overweight“ (zuvor „Equal Weight“) und erhöhte das Kursziel auf 45 Euro. In der Studie wird vor allem kurzfristiges Aufwärtspotenzial betont, das sich aus einer erwarteten Klärung bzw. Beilegung offener Rechtsstreitigkeiten ergeben könne. Zusätzlich verweist Barclays auf die operative Seite: steigende Absatz-/Umsatzannahmen für Kerendia sowie höhere Margen in CropScience gelten dort als wichtige Treiber einer möglichen Neubewertung.

Komplettiert wird die jüngste „Zuversicht“-Welle durch Exane BNP Paribas. Die Analysten bestätigten ihr „Outperform“-Votum und erhöhten den fairen Wert auf 50 Euro (von 39 Euro). Auch hier ist die Kernaussage nicht, dass alle Risiken verschwunden wären – sondern dass das Aufwärtspotenzial im Verhältnis zu den bekannten Belastungen wieder attraktiver eingeschätzt wird.

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Bayer (WKN: BAY001)

Dies sollten Anleger bei Bayer beachten

Was bedeutet dies für Anleger? Wichtig ist: Trotz der Rally bleibt der Konsens nicht euphorisch, sondern eher vorsichtig-konstruktiv. Laut TradingView liegt das durchschnittliche Ein-Jahres-Kursziel aktuell bei 36,29 Euro, bei einer Spanne von 23 bis 50 Euro (aktuell: 41,50 Euro). Die aus den jüngsten Ratings abgeleitete Gesamteinschätzung wird dort als „Buy“ ausgewiesen. Damit notiert die Aktie nach dem starken Lauf bereits über dem Durchschnittsziel – zugleich erklären die jüngsten Zielanhebungen, warum viele Marktteilnehmer das Comeback nicht als „Strohfeuer“ sehen, sondern als Phase, in der sich Erwartungen neu sortieren.

Fazit: Die Analysten-Debatte scheint zu kippen – weg von der reinen Problemzählung, hin zu einem Szenario, in dem Rechtsklarheit, Produktperspektiven und operative Verbesserungen in den Vordergrund rücken. Genau diese Ballung positiver Updates war ein zentraler Treibstoff der jüngsten Kursdynamik – und sie bleibt der Maßstab dafür, ob die Bayer-Aktie ihre neue Stärke auch in den kommenden Monaten rechtfertigen kann. Zur Vorsicht mahnt allerdings der charttechnische Timingindikator Relative-Stärke-Index, der mit über 75 Prozent aktuell eine eindeutig überkaufte Lage anzeigt.

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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.