Vorstandschef Werner Baumann hatte Ende vergangenen Jahres - knapp ein halbes Jahr nach Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto - ein massives Sparprogramm angekündigt. Es sieht den Abbau von rund 12.000 der weltweit gut 118.000 Stellen bis Ende 2021 vor. Auf betriebsbedingte Kündigungen soll in Deutschland allerdings bis Ende 2025 verzichtet werden.

Der Bayer-Gesamtbetriebsrat erklärte, für den Abbau der Arbeitsplätze seien Vereinbarungen für Aufhebungsverträge verhandelt worden, "die für den vorzeitigen Übergang in die gesetzliche Rente attraktive Konditionen beinhalten". Auch für jüngere Mitarbeiter sei ein "attraktives Abfindungsmodell" vereinbart worden. Die Mitarbeiter wurden am Dienstag in einem Rundschreiben über weitere Details zum Stellenabbau informiert. Demnach steht auch die Servicegesellschaft Bayer Business Services (BBS), die unter anderem IT-Dienstleistungen anbietet, vor dem Aus. Ihre Aktivitäten sollen in den Konzern zurückverlagert werden, BBS wird es dann nicht mehr als eigenständige organisatorische Einheit geben.

Baumann hatte bereits angekündigt, dass sich Bayer von seinem Anteil am Chemiepark-Betreiber Currenta trennen will. Auch das Geschäft mit Tier-Medizin sowie Marken im Bereich Sonnenschutz und Fußpflege stehen zum Verkauf. Mit den Maßnahmen will der Konzern seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern und die Profitabilität steigern. Ein Teil der frei werdenden Gelder soll wieder in das Kerngeschäft investiert werden. Das wird derzeit vom allem von der Klagewelle wegen des Unkrautvernichters Glyphosat überschattet. Bayer hatte die Übernahme des Glyphosat-Entwicklers Monsanto gleichwohl wiederholt verteidigt und beteuert, das Sparprogramm sei keine Reaktion auf den Zukauf und die Klagen.

rtr