Die beiden Rheinmetall-Konkurrenten Hensoldt und Renk haben am Mittwochmorgen ihre Quartalszahlen für die ersten drei Monate des Jahres präsentiert. Trotz guter Ergebnisse, zählt einer der beiden zu den großen Verlierern am heutigen Börsentag.
Die Rüstungsbranche erlebt seit einiger Zeit ein echtes Hoch. Logisch also, dass die Quartalsberichte von Hensoldt und Renk neue Umsatzrekorde zeigten. Auch Analysten melden sich mit positiver Resonanz. Doch es gibt Ausnahmen: So hat MWB Research zwar das Ziel für Hensoldt von 57 auf 60 Euro angehoben, aber dennoch eine "Sell"-Empfehlung ausgesprochen - denn die Aktie steht schon bei 80 Euro.
"Attraktiver deutscher Rüstungssektor": Das sagen die Analysten zu Hensoldt
Der Rüstungskonzern legte einen starken Jahresstart hin und konnte die Auftragseingänge im Vergleich zum Vorjahr audf mehr als 1,5 Milliarden Euro fast verdoppeln. Mit einem Rekord-Auftragsbestand von 9,8 Milliarden Euro bestätigte Hensoldt seine Jahresziele. Der Umsatz stieg um mehr als ein Viertel auf 496 Millionen Euro. Das Ebitda hingegen schnellte um 47 Prozent auf 44 Millionen Euro nach oben.
Ben Brown vom Analysehaus Jefferies stellte vor allem die herausragende Auftragsstärke heraus. Afonso Osorio von der britischen Investment-Bank Barclays erwähnte das über den Erwartungen liegende operative Ergebnis, mahnte jedoch auch, dass der freie Barmittelzufluss den Marktkonsens verfehlt habe. Auch David Perry von J.P. Morgan zeihgt sich wenig euphorisch. Er sieht mehr Kursspotenzial bei der Konkurrenz von Rheinmetall und Renk. Auch an der bereits hohen Bewertung der Hensoldt-Aktie stören sich einige Analysten.
So fiel das Papier nach Veröffentlichung der Quartalszahlen am Mittwochmorgen um mehr als zwei Prozent, konnte das Minus jedoch bis zum Nachmittag (16:33 Uhr) auf 1,48 Prozent eingrenzen. Dieses Ergebnis ist etwas verwunderlich, da der Großteil der Analysten eher neutral oder gar positive Empfehlung abgab. So bewertet J.P. Morgan den Rüstungskonzern weiterhin mit 85 Euro mit einer neutralen Empfehlung, während Jefferies die Bewertung bei 90 Euro betsätigte und die Aktie zum Kauf empfiehlt. Lediglich die DZ Bank senkt den fairen Wert auf 98 Euro. trotzdem bleib die Kauf-Empfehlung für Hensoldt bestehen.
Ein "Top Pick": Das sagen die Analysten zu Renk
Einer der größten Verlierer am heutigen Börsentag war ausgerechnet die von David Perry als "Top Pick" bezeichnete Renk-Aktie: Das Unternehmen hat seinen besten Jahresstart jemals hinlegen. Trotzdem sank der Kurs zwischenzeitlich um über fünf Prozent. Mittlerweile hat sich die Lage auch hier etwas beruhigt am Nachmittag lag das Wertpapier nur noch 1,59 Prozent im Minus. Auch bei Renk gibt es keine klaren Gründe, warum die Aktie auf Talfahrt ging: Renk konnte den Auftragseingang um 6,1 Prozent auf rund 582 Millionen Euro steigern. Der Umsatz stieg um vier Prozent, das EBITDA um 10,4 Prozent auf 42,4 Millionen Euro. Das ambitionierte Jahres-Umsatzziel von 1,5 Milliarden Euro sowie das bereinigte EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro bleiben damit realistisch erreichbar, beide Ziele wurden von Renk bestätigt.
David Perry sieht in der Aktie einen seiner besten Picks im Sektor. Der J.P. Morgan-Experte belässt Renk deshalb auf "Overweight" mit einem Kursziel von 75 Euro. Auch Jefferies gibt weiterhin eine "Buy"-Empfehlung bei einem Kursziel von rund 78 Euro, und Berenberg bleibt bei "Buy" und 76 Euro.
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Häufig gestellte Fragen
Lohnen sich die Renk- und Hensoldt-Aktien?
Die meisten Analysten sind weiterhin neutral bis positiv gestimmt. Aufgrund der guten Quartalszahlen sind die Aktien der beiden Rüstungskonzerne also durchaus interessant.
Warum haben die beiden Aktien heute Verluste erlitten?
Einen genauen Grund gibt es nicht. Die Rüstungsindustrie ist ein interessanter Markt, in den es sich seit einiger Zeit zu investieren lohnt.
Haben die beiden Unternehmen ihre Jahresziele bestätigt?
Ja, beide Unternehmen haben Ihre Jahresziele bestätigt.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Renk.