US-Vermögenswerte haben in den vergangenen zwölf Monaten unter „Trump“ gelitten. Das lässt sich deutlich an der Underperformance mehrerer großer US-Aktienindizes ablesen. Ein Chefökonom stuft US-Aktien dennoch als überteuert ein.

Während US-Märkte schwächer tendierten, konnten Anleger in Asien, Europa sowie in Mexiko und Kanada – den direkten Nachbarländern der USA – mitunter deutlich höhere Renditen erzielen. Die internationale Streuung zahlte sich somit stärker aus als ein reiner Fokus auf die Vereinigten Staaten. Doch nicht nur die Performanceentwicklung gibt Anlass zur Diskussion. Auch die Bewertung des US-Aktienmarktes steht zunehmend im Fokus. Torsten Slok, Chefökonom von Apollo Global Management, warnt davor, dass US-Aktien derzeit deutlich teurer seien als der Rest der Welt. Laut aktuellen Berechnungen liegt das Bewertungsniveau rund 40 Prozent über dem internationaler Märkte außerhalb der USA. Für Slok ist dies eine Konstellation, die Anleger beachten sollten.

US-Aktien mit überdurchschnittlich hohem KGV

Ein Blick auf die beigefügte Grafik unterstreicht diese Einschätzung. Sie zeigt das Forward-KGV der USA im Vergleich zur Welt ex USA seit 2010. Die grüne Linie (USA) notiert aktuell klar oberhalb der orangefarbenen Linie (Welt ohne USA). Die Differenz ist nicht nur statistisch sichtbar, sondern historisch außergewöhnlich groß.

Dabei fallen zwei Punkte besonders auf. Erstens: Das KGV des globalen Aktienmarktes inklusive US-Aktien – also faktisch stark durch US-Titel geprägt – liegt aktuell auf einem Niveau, das historisch extrem hoch ist. Lediglich im Jahr 2020, im Zuge der massiven Liquiditätsschwemme nach dem Corona-Schock, fiel das Bewertungsniveau noch höher aus als heute. Selbst in den Jahren vor der Finanzkrise lagen die Bewertungskennzahlen darunter.

Zweitens: Die Diskrepanz zwischen den Bewertungskennzahlen der USA und der Welt ohne die USA ist derzeit besonders ausgeprägt. Während US-Aktien auf einem ambitionierten Niveau gehandelt werden, erscheinen internationale Märkte deutlich günstiger bewertet. Die Grafik zeigt, dass die Bewertungsprämie der USA gegenüber dem Rest der Welt in den vergangenen Jahren massiv angestiegen ist – und aktuell nahe historischer Höchststände liegt.

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Hohes KGV beim MSCI World (inklusive US-Aktien)
Apollo Global Management
Hohes KGV beim MSCI World (inklusive US-Aktien)

Via ETF auf US-Titel verzichten

Historisch betrachtet neigen Bewertungsunterschiede zwischen Regionen dazu, sich wieder anzunähern. Das kann über Kursrückgänge im teureren Markt geschehen, über stärkere Kursanstiege im günstigeren Markt – oder über eine Kombination aus beidem. Je größer die Bewertungsdifferenz, desto höher ist in der Regel das Risiko, dass eine Anpassung erfolgt.

Sloks Warnung erinnert damit an frühere Phasen, in denen hohe Bewertungsniveaus ein erhöhtes Rückschlagpotenzial signalisierten. Zwar ist das makroökonomische Umfeld heute ein anderes als vor der Finanzkrise, doch hohe KGVs bedeuten stets, dass viel Optimismus bereits eingepreist ist. Werden die Gewinnerwartungen enttäuscht oder verschlechtern sich die Rahmenbedingungen, kann die Korrektur umso deutlicher ausfallen.

Fazit: Wer davon ausgeht, dass US-Aktien aktuell zu teuer sind und sich die Bewertungsunterschiede zwischen den USA und dem Rest der Welt mittelfristig angleichen werden, kann diese Einschätzung gezielt umsetzen. Eine Möglichkeit besteht in einem ETF auf den MSCI World ex USA. Damit investieren Anleger bewusst außerhalb des hoch bewerteten US-Marktes – und positionieren sich für den Fall, dass die derzeit außergewöhnlich große KGV-Lücke wieder schrumpft. Dieser ETF verfügt über einen Marktwert im Milliardenbereich, gilt als liquide und weist Gebühren von lediglich 0,15 Prozent p.a. (TER) aus: Xtrackers MSCI World ex USA UCITS ETFF (ISIN: IE0006WW1TQ4).

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