"Das Umfeld für die Aktienmärkte bleibt weiterhin gut unterstützt", kommentiert die Weberbank. Unter anderem sorgten die positive Wirtschaftsdynamik, steigende Unternehmensgewinne, eine weiterhin expansive europäische Notenbank sowie ein schwacher Euro mittelfristig für Auftrieb. Auch Robert Greil, Chef-Anlagestratege des Bankhauses Merck Finck, erwartet in Kürze einen Test der alten Dax-Bestmarke. "Zum Überschießen wären aber wohl weitere 'Good News' nötig." Auch Postbank-Stratege Heinz-Gerd Sonnenschein sieht mangels Impulsen in den kommenden Tagen keinen großen Schub nach oben. "Ich könnte mir vorstellen, dass der Handel nach Ablauf der Berichtssaison recht dröge abläuft."

In der alten Woche hatte die Erleichterung nach den Wahlen in den Niederlanden den Aktienmarkt um rund ein Prozent nach vorne gebracht. Der Dax notierte am Freitagmittag bei 12.100 Punkten. Anleger hatten vor der Abstimmung gezittert - und sich deshalb in den vergangenen Wochen mit größeren Engagements zurückgehalten. Die Sorgen waren groß, dass die Partei von Rechtspopulist Geert Wilders stark abschneidet. Ministerpräsident Mark Rutte setzte sich nun aber überraschend klar gegen seinen Rivalen durch.

STIMMUNGSHOCH IN DER EURO-ZONE



In der neuen Woche stehen unter anderem die Leistungsbilanz-Daten aus den USA (Dienstag) und der Euro-Zone (Mittwoch) auf dem Plan. Am Donnerstag folgen Daten zur Kauflaune der deutschen und europäischen Verbraucher. Am Freitag werden zudem die Auftragseingänge für langlebige US-Güter sowie die europäischen Einkaufsmanager-Indizes veröffentlicht. "Die Stimmung in der Wirtschaft im Euroraum nimmt inzwischen euphorische Züge an", betont Commerzbank-Analyst Christoph Weil. Es gebe keinen ersichtlichen Grund, warum sich der seit Dezember zu beobachtende steile Aufwärtstrend bei den Einkaufsmanagerindizes im März nicht fortsetzen sollte. "Andererseits haben sie sich inzwischen so weit von den fundamentalen Daten entfernt, dass ein weiterer Anstieg nur schwer vorstellbar ist."

Auf geldpolitische Nachrichten müssen Börsianer aber auch in der neuen Woche nicht verzichten, da zahlreiche US-Notenbanker öffentlich auftreten. Am Donnerstag hält Fed-Chefin Janet Yellen eine Rede. Von ihren Aussagen und denen ihrer Kollegen erhoffen sich Investoren genauere Hinweise auf das Tempo und Zeitpunkt der erwarteten Zinserhöhungen. Nach der Anhebung in der alten Woche rechnen sie bis zum Jahresende noch mit zwei weiteren Schritten.

KAPITALERHÖHUNG DER DEUTSCHEN BANK BEGINNT



Auf Unternehmensseite erwarten Börsianer nur wenige Kursimpulse. Am Dienstag startet die Deutsche Bank ihre acht Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung. Das Geld hat das Institut schon sicher, weil die begleitenden Investmentbanken den Betrag voll garantieren. Entscheidend ist die Frage, ob die Frankfurter die neuen Papiere zu einem höheren als dem Mindestpreis von 11,65 Euro losschlagen können. Zum aktuellen Aktienkurs ist dies ein Abschlag von rund 35 Prozent.

Unabhängig davon debütiert Scout24 im europäischen Index Stoxx600. Der Betreiber der Portale "AutoScout24" und "ImmobilienScout24" ist seit Herbst 2015 an der Börse gelistet und aktuell an der Börse rund 3,5 Milliarden Euro wert. Japanische Anleger können sich auf ein verlängertes Wochenende freuen. Am Montag bleibt die Börse Tokio wegen des Feiertags zum Frühlingsbeginn geschlossen.

rtr