Anders als von Experten erwartet, sei es trotz eines Umsatzeinbruchs um 13 Prozent gelungen, das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) im zweiten Quartal um vier Prozent auf 276 Millionen Euro zu verbessern, teilte Brenntag mit. Analysten hatten dagegen im Schnitt mit einem Rückgang auf 229 Millionen Euro gerechnet. Der Nettogewinn sei nur leicht gesunken, erklärte das Unternehmen. "Trotz der erheblichen Auswirkungen der weltweiten Covid-19-Pandemie ist es dem Unternehmen gelungen, den Betrieb nahezu vollständig aufrecht zu erhalten." Dabei ging der Umsatz wie von Analysten erwartet auf 2,8 Milliarden Euro zurück.

Die im Nebenwerteindex MDax notierten Brenntag-Aktien kletterten am Freitag um bis zu 2,5 Prozent auf 54,98 Euro. Höher hatte die Brenntag-Aktie zuletzt im Januar 2018 gelegen. Seit Mitte März hat das Unternehmen seinen Börsenwert verdoppelt. Mehrere Experten hoben ihre Kursziele an. "Brenntag dürfte eines von wenigen Unternehmen sein, die im zweiten Quartal einen Gewinnanstieg aus eigener Kraft erreicht haben", schrieben die Analysten von JPMorgan, die das Kursziel nun bei 63,50 (vorher: 62) Euro sehen. Brenntag habe wohl sein großes Portfolio von Chemikalien - etwa Desinfektions- und Reinigungs-Mittel - genutzt, um höhere Preise durchzusetzen.

Ob sich der positive Trend im zweiten Halbjahr fortsetzen werde, sei aber unklar, heißt es in der Studie. Das räumt auch das Unternehmen ein, das keine Prognose für das Gesamtjahr gibt. JPMorgan erwartet, dass Brenntag auf einem Kapitalmarkttag im Herbst beträchtliche Kostensenkungen ankündigen wird.

rtr