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Brillen - Schöne Optik

Brillen - Schöne Optik

WKN: A14M4D ISIN: NL0010937066 GrandVision

19,18 EUR
-0,23 EUR -1,18 %
14.12.2018 - 08:07
29.08.2016 06:15:00

Der Markt für Brillen, Linsen und Sonnenbrillen wächst weltweit. Global, aber auch regional agierende Konzerne wollen sich ihre Anteile daran sichern. BÖRSE ONLINE stellt die interessantesten Aktien vor. Von Petra Maier

Am Marktplatz in Jena ist großes Geschäfterücken angesagt. Ein Drogeriediscounter zieht aus, Fielmann räumt ein. Motto: zentraler, größer, moderner. Jena steht exemplarisch für viele deutsche Städte. Die Optikerkette Fielmann schließt kleine Läden und eröffnet neue mit mehr Verkaufsfläche in besseren Lagen. Dass rund um den Marktplatz die Konkurrenz logiert, kümmert das Unternehmen nicht. Konkurrenz belebt das Geschäft und "Brillen - das ist wohl ein Riesenmarkt", sagt der Bürgermeister.

Bisher ist es so, dass der deutsche Optikermarkt aus vielen kleinen Optikergeschäften und zwei großen Ketten besteht. Eine davon ist Fielmann. Ihr Siegeszug begann 1972 in Cuxhaven. Damals versprach Firmenpatriarch Günther Fielmann jedem eine Brille zum Nulltarif ohne Kassengestell-Optik. Den Aktionären prophezeite der Macher zum Börsengang im Jahr 1994 "steigende Umsätze, steigende Erträge und steigende Aktienkurse".

Er hat nicht zu viel versprochen. Fielmann wurde eine Erfolgsgeschichte. Der Aktienkurs hat sich seitdem verzehnfacht. 2015 setzte die Optikerkette 1,3 Milliarden Euro um. Der Jahresüberschuss stieg um 4,4 Prozent auf 170 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr verdiente Fielmann trotz eines Dämpfers Anfang des Jahres 660 Millionen Euro. Für das gesamte Jahr bleibt der Blick ungetrübt. Die Expansionsstrategie läuft. Bei den 695 Filialen in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Italien soll es nicht bleiben. Neben vielen weißen Flecken in Süddeutschland hat Fielmann auch ein Auge auf 1-a-Lagen in Polen geworfen.

Doch wozu die kostspielige Expansion? Der globale Markt für Brillen, Gläser, Sonnenbrillen und Kontaktlinsen wächst jährlich um 5,5 Prozent. Eben ein Riesenmarkt. Fielmann erzielt seine Umsätze aber in der vergleichsweise kleinen Region Mitteleuropa. In Deutschland betrug das Wachstum zuletzt drei Prozent. Tendenz abnehmend. Denn die Käufer der margenstarken Gleitsichtbrillen, die Babyboomer, kommen in die Jahre. Die Kauffrequenz bei neuen Sehhilfen sinkt. Fielmann muss sich gegen die demografische Falle rüsten (siehe Grafik auf Seite 4). Dabei steht die erfolgsverwöhnte Firma selbst vor einem Generationenwechsel. Der könnte die Innovationsfreude, die Kritiker bei Fielmann vermissen, befeuern. Auch weil die Konkurrenz nicht schläft.

Seit zehn Jahren in der Nische



Nächstes Jahr feiert Mr. Spex seinen zehnten Geburtstag. Der Online-Brillenhändler hat eine Nische besetzt. Weil die Mehrheit beim Brillenkauf die persönliche Beratung schätzt, kooperiert Mr. Spex im deutschsprachigen Raum mit 550 lokalen Augenoptikern. Beim Onlinekauf von Linsen oder Sonnenbrillen ist das nicht notwendig. Gerade die jüngere Generation bevorzugt Kontaktlinsen und ist zudem online-affin. Wenn also Mr. Spex mit 65 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2014 derzeit noch keine wirkliche Bedrohung für Fielmann ist, so ist das Potenzial dafür dennoch vorhanden.

Das weiß auch Apollo. Der Filialist aus Süddeutschland wurde ebenfalls 1972 gegründet. Mit mehr als 800 Filialen, die sowohl konzerneigen als auch als Franchise geführt werden, ist Apollo-Optik der deutsche Platzhirsch. Auch Apollo eröffnet neue Filialen, um zu wachsen. Gleiche Kundschaft, gleiches Problem, könnte man meinen. Doch Apollo hat eine grandiose Fernsicht. Die Firma gehört seit 1998 zur weltweit tätigen Optikergruppe GrandVision. Die Niederländer sind mit rund 6110 Filialen in über 43 Ländern präsent und gemessen an den Verkaufsstellen der größte Brillenhändler der Welt. Größe zählt. Je höher das Einkaufsvolumen, desto günstiger ist der Preis.

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Bildquelle: Fielmann AG

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Fielmann AG 55,75 -0,89% Fielmann AG
Firma Holdings Corp 0,02 53,33% Firma Holdings Corp
GrandVision 19,18 -1,18% GrandVision
Kering 404,50 -2,06% Kering
Saab AB 32,00 -2,17% Saab AB
Swatch (I) 256,60 -2,91% Swatch (I)

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