Allerdings deutete der Norweger an, dass die Entscheidung bei Puma noch Zeit hat. "Wir haben einen laufenden Ausrüstervertrag mit dem BVB bis 2018, sind also ohnehin langfristig mit dem Verein verbunden." Dabei rechnet der Puma-Chef damit, dass der BVB durch seine Marketingexpansion im Ausland künftig auch mehr Trikots außerhalb Deutschlands verkaufen wird. "Natürlich drängen auch Bayern München und unser BVB hinaus in die Welt und eröffnen Büros, so wie Borussia Dortmund es in Singapur plant. Das zahlt sich aus: Die Nachfrage nach BVB-Trikots im Ausland steigt", so Gulden. Beim BVB war am Samstag niemand für eine Stellungnahme zu ereichen.

SCHUHPRODUKTION KÖNNTE NACH EUROPA ZURÜCKKEHREN

Zugleich ließ der Manager durchblicken, dass der Preisvorteil der Schuhproduktion in China verloren gehe. "Da die Technik immer wichtiger wird, schwindet der Anteil der Lohnkosten. Daher kann es gut sein, dass ein Teil der Schuhproduktion in der näheren Zukunft nach Europa zurückkehrt." Infrage kämen dafür etwa gestrickte Fußballschuhe, wie sie auch Adidas und Nike anbieten. "Wir arbeiten an ähnlichen Konzepten, weil das viele Vorteile bringt. Beispielsweise wird viel Abfall vermieden, was Kosten spart. Wo die Strickmaschine steht, ist fast schon egal."

Gulden räumt ein, dass die Sportmarke Puma Probleme habe und durch Konzentration auf den Markenkern Sport wieder in die Erfolgsspur zurückkehren wolle. Die Marke Puma habe "deutlich an Begehrlichkeit eingebüßt". Der Fehler sei gewesen, dass Puma auf zwei Säulen gestanden habe, Lifestyle und Sport. "Beide Säulen wackelten. Die Marke war insgesamt zu diffus. Darunter litten auch die Produkte - und der Handel, der nicht genug Geld mit uns verdiente." Die Konzentration auf den Markenkern Sport werde Puma wieder in die Erfolgsspur führen. Es sei ein Fehler gewesen, Puma zu sehr auf Lifestyle auszurichten. "Wäre Puma beim Sport geblieben und hätte dort einen guten Job gemacht, dann hätte man immer eine Basissteigerung beim Umsatz erzielt."

rtr