Das Chartbild zeigt eindeutig nach oben. Mittlerweile haben sich auch die fundamentalen Rahmendaten verbessert. Ein Einstieg könnte sich lohnen.

Infobox + Chart Evonik

Ausgerechnet Evonik: Lange Zeit eher als Sorgenkind im Chemiesektor abgestempelt, liefert die Aktie nun ein charttechnisches Signal, das Trendfolger elektrisiert: Der Titel hat die 200‑Tage-Linie nach oben durchbrochen. Dieser Schritt gilt als eine der wichtigsten Weichenstellungen überhaupt, denn er markiert häufig den Übergang von einer Abwärtsphase in einen Aufwärtstrend. Bemerkenswert ist, dass der Ausbruch nicht aus einer Übertreibung heraus kommt, sondern nach einer Schwächeperiode.

Chartbild zeigt eindeutig nach oben

Damit wirkt das Signal versteckt und früh, weil viele Anleger Evonik noch im alten Bild verorten: Industriezykliker, Preisdruck, maue Konjunktur. Charttechnisch aber ist der Kurs längst einen Schritt weiter. Nach dem Tief bei rund 12,60 Euro Ende Januar dieses Jahres startete eine dynamische Erholung, die mehrere Dinge gleichzeitig zeigt. Erstens läuft die Notierung stabil über dem kurzfristigen Trendfilter, der 38‑Tage-Linie. Zweitens wird die 200‑Tage-Linie nicht nur berührt, sondern klar überschritten. Drittens verbessert sich damit die Marktpsychologie: Was zuvor als Zeichen zum Verkaufen galt, wird zunehmend als Rücksetzer zum Kaufen interpretiert.

Infobox Bonus Cap Zertifikat

Dieses Mal könnte es mehr sein als nur ein technischer Ausreißer. Vor allem, weil sich parallel auch fundamentale Dinge verbessern. Steigende Preise für Methionin (Tiernahrung) in Europa deuten laut Analysten auf mehr hin als einen kurzfristigen Ausschlag. Im März kündigte Evonik eine Zehnprozent-Erhöhung der Marke Metamino an. Störungen in Asien könnten das Angebot verknappen — und genau das ist relevant, weil Asien rund zwei Drittel der weltweiten Kapazitäten stellt. Evo­nik wiederum ist mit einem hohen Anteil größter Produzent außerhalb Asiens. Für den Konzern ist dieser Bereich wichtig, ein Nachfrageschub und höhere Preise würden sowohl auf der Erlös- als auch auf der Margenseite deutliche Auswirkungen auf das Ergebnis haben. Dazu kommt „Tailor Made“, ein Programm, das die Kosten straffen soll. Gleichzeitig verschiebt der Konzern den Fokus stärker in wachstumsstärkere, differenzierte Anwendungen — und macht sich damit weniger konjunkturabhängig.

Eine Alternative zum Direkteinstieg bietet das Bonus-Cap-Zertifikat. Wird die Barriere von zwölf Euro nicht verletzt, erhalten Anleger am Laufzeitende 18 Euro ausbezahlt.

Fazit

Unterm Strich entsteht eine seltene Kombination. Der Chart liefert das Signal, die Fundamentaldaten liefern die Begründung. Der Ausbruch über die 200‑Tage-Linie kann ein Hinweis sein, dass der Markt den Turnaround bereits einpreist — noch bevor er in den Kennzahlen voll sichtbar wird. Solch frühe Phasen sind es, in denen Anleger die beste Chance-Risiko-Relation finden. Wir erhöhen den Stoppkurs.

Übrigens: Dieser Artikel erschien zuerst im BÖRSE ONLINE-Heft. Hier finden Sie weitere spannende Analysen.

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