Der Chiphersteller Cerebras hat einen Mega-IPO aufs Parket gelegt. Die Aktie war 20-fach überzeichnet und startete fast zum Doppelten des Ausgabepreises in den Handel. Cerebras positioniert sich als Konkurrenz zu Nvidia, muss das aber noch beweisen.

Zu 150 bis 160 Dollar wurden die Aktien Cerebras Systems in der Zeichnungsphase ausgegeben, zu einem Ausgabepreis von 185 Dollar gingen sie schließlich an die Börse – und der erste Kurs von 350 Dollar liegt fast um das Doppelte darüber.

Mit seinem Mega-IPO hat der Chiphersteller, der sich als Konkurrenz zu Nvidia positioniert, 5,55 Milliarden Dollar eingesammelt. Das Unternehmen verkaufte 30 Millionen Aktien, hinzu kommt eine Mehrzuteilungsoption für 4,5 Millionen weitere Papiere. Mit ihrer Erstnotiz von 350 Dollar startete die Aktie spektakulär in den Handel und rückte sofort in den Fokus der Anleger.

Allerdings gab der Kurs in der ersten Handelsstunde schon stark nach und fiel auf rund 307 Dollar.

Damit erreichte der Newcomer direkt einen Börsenwert von 100 Milliarden Dollar. Schon zum Ausgabepreis wäre das Unternehmen 56,4 Milliarden Dollar wert gewesen. CEO und Mitgründer Andrew Feldman hält nun einen Anteil im Wert von rund 2,2 Milliarden Dollar. Cerebras zählt damit zu den größten Tech-Börsengängen der vergangenen Jahre und reiht sich in eine Phase ein, in der Investoren verstärkt auf Halbleiter und KI setzen.

Chip Power Index (WKN: SL0FTE)

KI-Boom treibt Chipaktien

Das Marktumfeld spielt Cerebras in die Karten: Intel, AMD und Micron haben zuletzt kräftig zugelegt, weil Anleger ihre Chip-Engagements über Nvidia hinaus ausweiten. Cerebras profitiert von dieser breiten KI-Euphorie und positioniert sich mit seiner Wafer Scale Engine 3 als schneller und potenziell günstigerer Anbieter als klassische GPU-Lösungen.

Allerdings verlief der Weg an die Börse holprig. Bereits 2024 hatte Cerebras einen ersten Antrag eingereicht, zog ihn aber nach kritischer Prüfung wieder zurück. Im Fokus stand damals die starke Abhängigkeit von Kunden aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, vor allem von G42. Später verlagerte das Unternehmen den Fokus stärker auf Cloud-Dienste und tritt damit zunehmend gegen Google, Microsoft, Oracle und CoreWeave an.

Übernahme abgelehnt

Im überarbeiteten Prospekt erklärte Cerebras, dass G42 im vergangenen Jahr noch 24 Prozent des Umsatzes ausmachte, nach 85 Prozent im Jahr 2024. Zugleich wurde deutlich, dass die Umsätze weiter stark von Großkunden geprägt sind. Ein weiterer Schub kam im Januar durch einen OpenAI-Deal im Volumen von mehr als 20 Milliarden Dollar für 750 Megawatt Rechenkapazität.

Auch strategisch war Cerebras umkämpft: Bloomberg berichtete, dass Arm und die SoftBank noch kurz vor dem Börsengang ein Übernahmeinteresse gezeigt hätten. Das Unternehmen war schon 2017 im Umfeld von OpenAI als möglicher Partner für den Aufbau von AGI-Infrastruktur diskutiert worden. Unter den Investoren finden sich Schwergewichte wie Fidelity, Benchmark, Foundation Capital und Eclipse. Die Konsortialbanken sind Morgan Stanley, Citigroup, Barclays und UBS.

Mehr als 100 Prozent in einem Jahr

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