Mit 13,6 Prozent lag die Commerzbank - nach den geltenden Übergangsvorschriften - zuletzt deutlich über beiden Werten. Seit der Finanzkrise 2008 versuchen die Behörden Banken mit hohen Kapitalauflagen krisenfester zu machen, damit sie dem Finanzsystem und den Staaten nicht mehr zur Last fallen.

Die Bankenaufseher der EZB legen die Quoten für jede Bank individuell jedes Jahr neu fest. Allerdings wird in den nächsten Jahren die Latte, die die Geldhäuser überspringen müssen, nach und nach höher gelegt. Zudem werden bestimmte Papiere nicht mehr als hartes Kernkapital anerkannt. Bis 2019 muss die Commerzbank ihre Kapitaldecke auf 10,75 Prozent der Bilanzrisiken steigern - ein Prozentpunkt weniger als bisher verlangt. Nach den dann geltenden Kriterien kommt sie heute auf 11,8 Prozent, bis zum Jahresende sollen es rund zwölf Prozent sein.

Trotz der gelockerten Auflagen bleibt die Commerzbank bei ihrem Ziel, bis 2020 eine Quote von 13 Prozent zu erreichen. "Unsere Ende September 2016 kommunizierten Kapitalziele gelten", betonte ein Bank-Sprecher. Das Frankfurter Geldhaus hat die Risiken in seiner Bilanz in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt.

Die Bankenaufseher gehen bei der Festlegung individueller Mindestkapitalquoten seit kurzem neue Wege. Viele Banken erhalten nun eine Quote, die sie auf jeden Fall erfüllen müssen, sowie eine etwas höhere Vorgabe, für die aber nicht so scharfe Sanktionen gelten. Sie sollen damit in schwierigen Zeiten mehr Spielraum erhalten. Wenn die Institute nur ihre Pflicht erfüllen, nicht aber die darüber hinausgehende Empfehlung der Aufseher, können sie trotzdem weiter Boni, Dividenden und Zinsen auf neuartige AT1-Anleihen bezahlen.

Für die italienische UniCredit hatte die EZB die Mindestanforderungen am Montag ebenfalls nach unten geschraubt. Der Muttergesellschaft der HVB reichen 2017 nun 8,75 Prozent hartes Kernkapital.

rtr