Daimler-Aktie: Chinesischer Autokonzern Geely kauft Anteile
· Börse Online Redaktion
Daimler-Chef Dieter Zetsche erklärte am Rande der Präsentation des neuen Sprinter in Duisburg gegenüber Reuters, er habe Geely-Chef Li Shu Fu mindestens seit einem Jahr nicht mehr getroffen. Der Betriebsratschef des Autokonzerns, Michael Brecht, erklärte, Geely habe als Eigner von Volvo bisher keinen Anlass zu Beschwerden seitens der Arbeitnehmervertreter in Schweden gegeben. Brecht sagte, er sei mit den Volvo-Betriebsräten regelmäßig in Kontakt. "Ich kann aus heutiger Sicht nicht sagen, ob Geely ein schlechter Aktionäre wäre. Bei Volvo gibt es im Moment keine negative Diskussion", sagte er in Stuttgart.
Das Interesse von Geely an den Schwaben hatte bereits im Herbst für Fantasie an der Börse gesorgt. Damals erfuhr Reuters von mehreren Insidern, dass der Stuttgarter Autokonzern milliardenschwere Avancen der chinesischen Volvo-Mutter abgewiesen hat. Die Asiaten hätten über eine Kapitalerhöhung mit einem Anteil von bis zu fünf Prozent einsteigen wollen. Daimler lehnte das den Insidern zufolge ab, teilte den Chinesen jedoch mit, dass sie Aktien an der Börse kaufen könnten.
Nun habe sich Geely zu diesem Schritt entschlossen, sagten die Insider. Geely wolle damit die Ernsthaftigkeit seiner Pläne untermauern und Daimler zeigen, dass man nicht aufgebe, sagte eine der Personen. Ein Sprecher des chinesischen Autokonzerns wollte sich dazu nicht äußern. Daimler erklärte lediglich, das Unternehmen begrüße das Interesse von langfristig orientierten Anteilseignern. Wesentliche Änderungen in der Aktionärsstruktur würden auf der Internetseite des Unternehmens veröffentlicht.
Einer der größten Eigner von Daimler ist seit langem das Emirat Kuwait. Die Daimler-Partner Renault und Nissan halten niedrigere Anteile. Das aktuell größte Aktienpaket hatte zuletzt der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock mit rund sechs Prozent gemeldet. Zu Geely gehört seit einigen Jahren die schwedische Automarke Volvo. Vor wenigen Wochen waren die Chinesen zudem beim schwedischen Lkw-Bauer Volvo eingestiegen.
rtr
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