In einem leicht positiven Marktumfeld bricht ein DAX-Wert aufgrund seiner heute veröffentlichten Ad-hoc-Meldung regelrecht ein, verbucht einen Tagesverlust von bis zu 3,7 Prozent und rutscht damit auf Zwölfmonatssicht wieder ins Minus.
So hat der Biotechnologie- und Diagnostikspezialist Qiagen die Emission von wandelbaren Anleihen mit einem Volumen von 750 Mio. Dollar angekündigt. Diese Anleihen laufen bis 2032 und zahlen einen Zins von 1,75 bis 2,25 Prozent pro Jahr, der halbjährlich fällig wird. Besonders für Aktionäre wichtig: Die Papiere sind in Qiagen-Aktien wandelbar. Im Fall einer Wandlung könnten bis zu rund 11,2 Mio. neue Aktien ausgegeben werden, was etwa 5,1 Prozent des derzeitigen Grundkapitals entspräche und das Risiko einer potenziellen Verwässerung für bestehende Anteilseigner birgt. Der anfängliche Wandlungspreis soll dabei 40 bis 45 Prozent über dem aktuellen Börsenkurs liegen.
Wandelanleihe von Qiagen verunsichert
Für Investoren bestehen verschiedene Rückzahlungsoptionen: Nach fünf Jahren können sie eine vorzeitige Rückzahlung verlangen. Qiagen selbst hat ab 2030 die Möglichkeit, die Anleihen zurückzuzahlen, wenn der Aktienkurs dauerhaft deutlich über dem Wandlungspreis liegt oder wenn nur noch ein kleiner Teil der Anleihen im Umlauf ist. Die Emission soll am 4. September 2025 platziert werden, eine Notierung im Freiverkehr der Frankfurter Börse ist geplant.
Der Emissionserlös soll allgemeinen Unternehmenszwecken dienen, vor allem aber zur Refinanzierung bestehender Schulden eingesetzt werden. Durch die Kapitalmaßnahme verschafft sich Qiagen relativ günstige Finanzierungsmittel.
Charttechnische Hochspannung bei Qiagen
Aus charttechnischer Sicht fällt auf, dass die Qiagen-Aktie die diesjährige DAX-Rally komplett verpasst hat, schließlich weist sie seit dem Jahresultimo ein Minus von fast sechs Prozent (DAX: +20,7 Prozent) aus. Für ein Unternehmen dieses Sektors fällt die Umsatzentwicklung relativ enttäuschend aus. So rechnen z.B. Analysten für das Geschäftsjahr 2025 sogar mit einem Rückgang von 1,91 Mrd. auf 1,79 Mrd. Euro (Quelle: TradingView.com), nachdem in den Jahren 2021 (1,98 Mrd. Euro) und 2022 (2,0 Mrd. Euro) noch deutlich bessere Zahlen gemeldet wurden.
Fazit: Der Blick auf den Chart von Qiagen bereitet derzeit ebenfalls wenig Freude. Grund: Das Drehen der 200-Tage-Linie nach oben (-> Trendwechselsignal) weist keine sonderlich starke Dynamik auf. Außerdem verläuft die langfristige Durchschnittslinie im Bereich von 40,48 Euro und somit in unmittelbarer Nähe zu einer massiven Unterstützungszone. Mit dem heutigen Kursrutsch auf 40,30 Euro sind beide Marken akut gefährdet.
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